SWR3.de - hier geht das Radio weiter...

Die Jagd auf illegale Musikdownloader

direkt zum Inhalt springen

Navigation

.: Home
.: Musik
.: Info
.: Fun
.: Mein SWR3
 

Suchen auf SWR3.de

Morningshow-Moderatoren Anneta Politi und Volker Janitz  (Quelle: SWR3.de)

.:

.: Wetter

Karlsruhe3 °Cbedeckt
Mainz8 °Cwolkig
Stuttgart5 °Cstark bewölkt
[ mehr... ]

.: Topthema

17.03.2010 - Der Zivi auf Schrumpfkur

Die verkürzte Wehrpflicht kommt jetzt doch schneller als ursprünglich geplant. Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg will den Schnitt von neun auf sechs Monate bereits ab Herbst umsetzen. Das Gesetz dazu soll in den nächsten Monaten auf die Schiene gesetzt werden. Das betrifft dann aber nicht nur die 50tausend Rekruten, die pro Jahr einberufen werden, das betrifft dann vor allem mehr als 70tausend Zivis in Deutschland. Ein Topthema von Peter Knetsch

Interner LinkSWR3 Topthema

Kirche bei SWR3 (Quelle: SWR3.de)

.:

SWR3 Verkehrszentrum (Quelle: SWR3.de)

.:

Aktuelle Sportergebnisse auf das Handy (Quelle: SWR3.de)

.:

.: SWR3 informiert

Die Jagd auf illegale Musikdownloader

Die Jagd auf illegale Musikdownloader (Quelle: dpa)

Die Musikindustrie geht seit einiger Zeit massiv gegen illegale Downloads vor. Über 25.000 Verfahren wurden allein in den letzten acht Monaten eingeleitet. Das alles geschieht mit Hilfe der Firma proMedia aus Hamburg. Die sucht im Auftrag der Plattenfirma die illegalen Downloader. SWR3-Reporter Robert Kindermann war mit auf der Jagd.

Im Süden Hamburgs sitzen in Büros 100 Sonderermittler, die auf der Suche nach illegaler Musik in Tauschbörsen sind. Zirka 25 Ermittler arbeiten bei proMedia und durchsuchen Tauschbörsen, Blogs, Webseiten, Foren und eBay. Draußen sind noch einige unterwegs, die nach illegalen Kopien auf Flohmärkten fahnden.

„Gerade ziehe ich mir die deutschen Top 100 Singlecharts. 476 Dateien bietet er an, damit wäre er ein Kandidat“, erzählt proMedia-Mitarbeiter Benedikt, der gerade in der Tauschbörse „Azureus“ nach illegaler Musik sucht, sie herunterlädt und durch anhören überprüft, ob dahinter auch wirklich der gesuchte Titel steckt. Nach welcher Musik in welcher Tauschbörse gesucht werden soll, wird vorher bestimmt. Die Plattenfirmen haben einen Freibrief für ungefähr 2.500 Titel ausgestellt und nach diesen wird gefahndet.

Alle illegalen Musikdownloader sind identifizierbar

IP-Adresse, File-Hash, Screenshot, Protokolle – alles wird gespeichert, fein säuberlich sortiert, kontrolliert und dann drei Mal täglich mit dem Auto in einer externen Festplatte zu acht zuständigen Anwälten kuriert. Danach geht es weiter zur Staatsanwaltschaft. Es werden Briefe mit Abmahnungen und Schadensersatzforderungen verschickt. Mit etwas Pech kommt die Polizei zur Hausdurchsuchung. Wenn die Computer beschlagnahmt werden, dann untersucht proMedia auch diese.

Seit 2004 hat proMedia im Auftrag der Plattenfirmen in Deutschland 50.000 Verfahren eingeleitet. Zwischen 4.000 und 5.000 sind mittlerweile abgeschlossen. Über 10.000 liegen noch auf den Tischen der Staatsanwälte. Dabei konzentriert sich proMedia vor allem um die Internetnutzer, die Musik zum Download anbieten.

Jeder kann erwischt werden

„Die Leute glauben immer noch, dass sie nicht erwischt werden können. Dieser Gedanke soll verbannt werden. Wir wollen und können nicht jeden Filesharer erwischen, aber unser Ziel ist es, dass jeder jemanden kennt, der erwischt wurde.“, erzählt Chefermittler Frank Lüngen. Durch ein Netzwerk von ähnlichen Firmen, können auch Fälle ins Ausland weitergeleitet werden.

Der Anschlussbesitzer haftet und das ist unumstößlich und wurde auch in über 100 Verfahren von mehreren Gerichten bestätigt. Wer in einer WG wohnt, muss sein Netzwerk schützen. Ein Router hilft beim Sperren der Tauschprogramme. Allerdings können die Ermittler schon Anhand der Daten abschätzen, wer im Haushalt die Dateien angeboten und heruntergeladen hat.

Der Technik hinterher

Erst war Napster, dann kam Morpheus, Kazaa, jetzt BitTorrent und Filehoster wie Rapidshare. Anfangs versuchten die Plattenfirmen die Downloadplattformen zu bekämpfen. Napster und Kazaa wurden stillgelegt, aber das downloadwillige Volk zog weiter. Und Rasch weiß, dass es eine Arbeit ohne Ende ist: „Es wird immer eine Gruppe von Menschen geben, die downloaden, aber derzeit verwischen einfach die Grenzen zwischen Konsument und richtiger Piraterie zu stark. Unser Ziel ist es, das zu stoppen.“ Für den Filehoster Rapidshare über den vor allem viele Foren und Blogs illegal MP3s ins Netz stellen, hat proMedia mittlerweile einen administrativen Zugang, der das löschen von Dateien erlaubt.