19 lange Jahre mussten Indiana-Jones-Fans auf die Fortsetzung warten. Nun kommt „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ in die Kinos. SWR3-Moviemän Jo Müller hat ihn schon gesehen – und freut sich wie ein Kind.
19 Jahre hat es gedauert bis zu dieser Fortsetzung. Und die setzt auch 19 Jahre nach dem letzten Film ein, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Es ist 1957, die Zeit des Rock’n’Roll, aber auch der atomaren Bedrohung und des Kalten Krieges. Spielberg und Lucas haben einfach die bösen Nazis durch böse Russen ersetzt. Ganz oben auf der Schurkenliste steht Irina Spalko, gespielt von Cate Blanchett. Die KGB-Killer sind hinter einem mysteriösen Kristallschädel her, der magische Kräfte besitzen und von Außerirdischen stammen soll. Deshalb wurde in die Story auch noch ein bisschen „Akte X“-Feeling reingemixt, denn auch die Aliens, die 1947 in Roswell abgestürzt sein sollen, spielen eine wichtige Rolle.
Natürlich ist das – wie in allen Indy-Filmen – eigentlich gar nicht so wichtig. In Wirklichkeit geht es um die Verfolgungsjagden, die Fights, die Gags. Und da hat dieser Film einfach viel zu bieten: Eine fantastische Motorrad-Verfolungsjagd, ein Degenduell auf Autos und ein wilder Schlagabtausch in einem militärischen Sperrgebiet oder der Angriff von Millionen von Killerameisen.
Eine der spektakulärsten Szenen: Indy betritt ein kleines, schnuckeliges amerikanisches Dorf mit bunten, netten Häuschen. Er will sich dort vor den KGB-Spionen verstecken. Er betritt eines der Häuser und bemerkt, dass hier überall nur Puppen rumstehen. Dann erkennt er: Das ganze ist ein Atombomben-Testgebiet. Der Countdown läuft und Dr. Jones kommt nicht aus dem Häuschen raus. Schließlich gelingt es ihm, die Explosion zu überleben: Er hat sich in einem Kühlschrank versteckt. Ja, das ist verrückt und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Alles wird hier mit Augenzwinkern dargestellt und mit einer Naivität, die jedem Abenteuerfilm aus den 40ern und 50ern gerecht würde.
Das Schöne an diesem Film ist: Er fügt sich nahtlos in die Reihe ein. Spielberg und Lucas haben nichts modernisiert und alles so altmodisch gelassen wie es war. Das ganze ist einfach nur ein herrlicher Abenteuerfilm. Prall, bunt, laut und actionreich. Absolut naiv, unlogisch und kindisch. Und genau deshalb macht er so Spaß – vor allem für einen Indy-Fan wie mich.