Das Attentat von Paris wird von der islam-feindlichen „Pegida“ politisch ausgeschlachtet. Der AfD-Politiker und „Pegida“-Sympathisant Alexander Gauland sagte, durch den Anschlag erhielten die Forderungen von „Pegida“ besondere Aktualität und Gewicht. Mund halten, findet SWR3-Redakteur Klaus Sturm.

AfD-Politiker Alexander Gauland; Foto: dpa/picture-alliance
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Standpunkt zu Pegida —

Gauland, Mund halten!


AfD-Politiker Alexander Gauland; Foto: dpa/picture-alliance

Keine neue Erkenntnis heute: Der selbst ernannte Ober-Patriot Gauland hat wieder einmal nichts verstanden und will auch gar nichts verstehen. Der friedliche Islam, nach dem Millionen von Muslimen auch hier bei uns leben, hat genauso wenig mit den Morden von Paris zu tun wie die Katholische Kirche von heute mit den Hexen-Verbrennungen und den mörderischen Kreuzzügen im Mittelalter. Die Morde von Paris sind Verbrechen, begangen von militanten Extremisten, die eben nicht nach dem Islam leben. Die angebliche Furcht der Pegida vor einer Islamisierung Europas ist billige Propaganda, durch nichts zu belegen, schlicht und einfach herbei phantasiert. Eine Unverschämtheit ist es, den Islam mit Terror, Mord, Anschlägen und Ängsten gleichzusetzen.

Wer die Pegida verlacht habe, sagt Gauland, werde durch die Bluttaten Lügen gestraft. Und das hört sich dann wirklich so an, als habe Pegida nichts Besseres als dieses Attentat passieren können. Eine klammheimliche Freude mag einer wie Gauland verspürt haben. Allein das ist schon widerlich. Mit seinen politischen Forderungen und Schlussfolgerungen beleidigt er Muslime genauso wie die Opfer von Paris. Und deshalb sollten er und seine Gesinnungsgenossen angesichts dieser Tat einfach mal den Mund halten.