Total sinnvoll, sagen die einen. Bringt gar nichts, sagen die anderen. Beim Stichwort Videoüberwachung gehen die Meinungen weit auseinander. Grade nach den Übergriffen in der Silvesternacht fordern viele mehr Überwachung.

Welche Arten der Videoüberwachung gibt es?

Bei der Videoüberwachung lassen sich zwei Varianten unterscheiden: Die Live-Überwachung, bei der Polizisten das Livebild von Kameras verfolgen und eingreifen, wenn etwas passiert. Die zweite Variante ist die Aufzeichnung von Videobildern, die dann nur ausgewertet werden, wenn tatsächlich etwas passiert ist und Täter gesucht werden.

Inwiefern ist so eine Überwachung vom Datenschutz her überhaupt vertretbar?

Jeder hat das Recht am eigenen Bild. Man darf also nicht grundlos und vor allem, ohne es zu wissen, gefilmt werden. Außerdem braucht eine Video-Überwachung eine gesetzliche Grundlage. „Wenn gute Gründe für die Sicherheit sprechen, kann man ausnahmsweise per Video überwachen“, sagt Dieter Kugelmann, Landesdatenschutzbeauftragter in Rheinland-Pfalz. Das wird zum Beispiel bei Großveranstaltungen gemacht. Dann müssen aber entsprechende Schilder aufstellt sein, damit man sich als Besucher der Veranstaltung über die Kameras bewusst ist. Auch außerhalb von Veranstaltungen muss es Hinweise geben, wenn ein Bereich gefilmt wird – zum Beispiel in Bussen oder S-Bahnen.

Was bringt Videoüberwachung?

Ein Argument ist oft: Kameras schrecken ab. Das sei aber nicht bewiesen und in seinen Augen auch kaum der Fall, sagt Dieter Kugelmann. Allerdings könne die Überwachung der Polizei helfen, einen Einsatz zu koordinieren oder im Nachhinein Straftaten aufzuklären, weil Täter auf den Bildern zu sehen sind.

Für Dieter Kugelmann gilt: In einzelnen Fällen kann eine Überwachung angemessen sein, etwa an Bahnhöfen. Grundsätzlich sollten öffentliche Plätze aber so sein, dass die Menschen unbeobachtet tun uns lassen können, was sie wollen.

Was meint ihr?