Fremde Sprache, fremde Kultur, fremde Regeln: Für die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, ist es schwer, sich in Deutschland zurecht zu finden. Eine neue App soll ihnen die ersten Schritte leichter machen. Die App ist aber auch was für Deutsche!

Die Grundidee der App mit dem Namen Ankommen ist, Flüchtlingen, die neu nach Deutschland kommen, das ganze Land und alles, was sie wissen müssen, ins Handy-Format zu packen. Und das ist den Machern wirklich gut gelungen: Die App ist sehr übersichtlich und einfach gestaltet und bietet viel Wissenswertes und Hilfreiches.

Screenshots App Ankommen; Foto: BAMF/Screenshots: SWR3.de
1/11

Die App Ankommen ist in Kapitel unterteilt und beantwortet viele Fragen rund um das Leben in Deutschland. Außerdem ist ein Sprachkurs dabei.

Foto: BAMF/Screenshots: SWR3.de

Weitere Galerien

Der Neue-Deutsche-Welle-Sänger Hubert Kah singt ein Lied über Liebesterrorismus, Giovanni Zarrellas Familie eröffnet ein neues Restaurant, Lindsay Lohan soll doch nicht schwanger sein, Shannen Doherty kämpft gegen den Krebs und Georg Uecker spricht über den HI-Virus.

 

Fünf Millionen Dollar sollen Unterstützer der Republikaner Justin Bieber geboten haben – aber der Sänger wollte dann doch nicht beim großen Parteitag auftreten. Melania Trump hat derweil offenbar in ihrem Lebenslauf geschummelt. Und Matt Damon macht genau das Richtige: erst mal nichts.

 

Wissen in vier Themenbereichen

Das geht los mit den Basics über die Erstaufnahme und das Asylverfahren, also: Wo muss ich mich melden? Wie läuft das Verfahren? Und so weiter. Bis hin zu Infos über sämtliche Lebensbereiche: Wo kann ich wohnen? Was essen und was trinken die Deutschen? Wo kann ich das einkaufen? Wie und womit komme ich überhaupt zum Supermarkt oder anderswo hin? Und wie entsorge ich nach dem Kochen meinen Müll? Das alles wird nicht in Romanform erklärt, sondern in kurzen und gut verständlichen Texten. Dazu kommen einfache Sprachübungen oder Bilderstrecken, etwa zum typischen Tagesablauf eines deutschen Durchschnittsbürgers. Das heißt, Flüchtlinge erfahren ganz kompakt wirklich viele Dinge, die sie über Deutschland wissen sollten. Und das kann es deutlich einfacher machen, sich hier schnell zurecht zu finden.

Sachlich ohne Brechstange

In die Texte und die einzelnen Kapitel fließt immer wieder ein, welche Regeln in Deutschland gelten. Es gibt zum Beispiel kompakte Abschnitte über das Grundgesetz, über unsere Demokratie, aber auch über die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder zum Beispiel Partnerschaften, dass diese etwa gleich anerkannt sind, egal ob mit oder ohne Trauschein, egal ob zwischen Mann und Frau oder auch zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Gut ist, dass das alles nicht mit der Brechstange vermittelt wird, sondern sachlich und auf Augenhöhe. Zum Beispiel erscheinen zwischen den Abschnitten immer wieder Statements von Flüchtlingen und Zuwanderern, in denen diese Schildern, wie sie Deutschland und die Deutschen erlebt haben, was also aus Sicht von außen als „typisch Deutsch“ gelten kann.

Gute Infos auch für Deutsche

Die gesamte App gibt es auf Arabisch, Persisch, Englisch, Französisch und natürlich auch auf Deutsch. Das ist gut, weil es Spaß macht, sich auch als Deutscher mal durch das eigene Land und seine Bräuche zu klicken. Einziges Manko: Bis jetzt ist Ankommen nur für Android-Handys verfügbar. Das soll sich aber in ein bis zwei Wochen ändern. Dann soll die App auch für iOS auf den Markt kommen. Kostenlos.

Die Macher

Für die App haben sich mehrere Institutionen zusammengeschlossen. Für alles, was mit Sprache zu tun hat, war das Goethe-Institut zuständig. Die Infos über das Asylverfahren, die Gesundheitsvorsorge, das Arbeitsleben oder Ausbildung in Deutschland kommen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und von der Bundesagentur für Arbeit. Und der Bayerische Rundfunk hat an der App mitgearbeitet.