Hand aufs Herz: Wer hat Nutzungsbedingungen im Internet nicht auch schon mal weggeklickt, weil er sie nicht direkt verstanden hat? Eine britische Anwältin hat die Instagram-AGB deshalb einmal kinderfreundlich übersetzt und gezeigt, was Nutzer da wirklich akzeptieren.

Allgemeine Geschäftsbedingungen sind oft in unverständlicher Hochsprache formuliert und werden deshalb öfter weggeklickt, als tatsächlich gelesen. Vor allem für Kinder ist die dort verwendete Sprache fast unmöglich zu verstehen.

Aber auch Eltern haben oft Probleme damit, ihren Kindern zu vermitteln, welche Rechte sie durch einen Klick an die Online-Platformen abtreten. Die britische Anwältin Jenny Afia hat sich deshalb etwas ganz Besonderes überlegt, um ihnen dabei zu helfen: Sie hat die AGBs des Fotodienstes Instagram in eine kindgerechte Sprache übersetzt.

Verständlich und erschreckend

Afia ist sich sicher: Ein Drittel der Internetnutzer sind zwar Kinder, aber das Internet wurde nicht für Kinder gemacht. Ihre übersetzten Regeln aber schon. Und die findet man in einem Bericht des Childrens Commissioner, was soviel heißt wie Kinderbeauftragter. Ab Seite zehn sind neben kompakten Regeln auch die Rechte der Instagramnutzer leicht verständlich aufgeführt.

Kindgerechte Instagram-Regeln; Foto: screenshot/ http://www.childrenscommissioner.gov.uk/ Seite 10 ff
Foto: screenshot/ http://www.childrenscommissioner.gov.uk/ Seite 10 ff

Und was man da zu lesen bekommt, ist ernüchternd. In den übersetzten AGB steht zum Beispiel, dass der Fotodienst alle Bilder und Videos der Instagram-Nutzer an Dritte weitergeben darf – und das schon, wenn man diese über das private Postfach versendet hat. Das Gleiche gilt auch für sämtliche Kontaktdaten wie Telefonnummern und Geburtsdaten.

Instagram verdient an fremden Daten, der Nutzer bekommt nix

Allein schon die Tatsache, dass der Dienst unsere Daten weitergibt, ist erschreckend, aber Instagram legt nochmal einen drauf: Wenn man die Nutzungsbedingungen des Dienstes akzeptiert, willigt man unter anderem auch ein, auf jegliches Geld zu verzichten, das der Dienst mit den eigenen Bildern verdient. Nutzer könnten außerdem auch nicht davon ausgehen, dass personalisierte Werbung gekennzeichnet wird. Dabei geht es um Werbung, die auf einen selbst zugeschnitten ist und bei Instagram im eigenen Feed auftaucht.

Genauso, wie der Dienst Inhalte verwendet, darf er Postings auch unbegründet löschen. Beschweren? Keine Chance. „Ihr habt keine Recht, euch zu beklagen“, fasst die Anwältin die entsprechende Passage in den AGB zusammen.

Wird sich durch die Aktion etwas ändern?

Die Anwältin selbst hofft: Ja. Dem Magazin Quartz sagte sie, sie denke, wenn die Menschen wüssten, was sie aufgeben, werden sie früher oder später bessere Nutzerbedingungen verlangen.