Sieben Mal nominiert, sieben Mal gewonnen: Für das Musical „La La Land“ war es ein klarer Durchmarsch bei den Golden Globes. Der deutsche Erfolgsfilm „Toni Erdmann“ bekam dagegen keinen Preis – aber ganz leer ging Film-Deutschland trotzdem nicht aus.

La La Land wins Best Motion Picture - Musical or Comedy

La La Land wins Best Motion Picture - Musical or Comedy! #GoldenGlobes

Posted by Golden Globes on Sunday, January 8, 2017

„La La Land“ trifft einen Nerv

„La La Land“ hat nicht nur den Preis für den besten Film in der Kategorie „Komödie Musical“ bekommen. Golden Globes hat es auch auch für die beiden Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling gegeben und für Damien Chazelle für Drehbuch und Regie. Außerdem für die beste Musik und den besten Song. Der nostalgische Film über zwei junge Künstler, die in der Filmstadt Los Angeles um Erfolg und ihre Träume kämpfen, traf offenbar einen Nerv bei den Mitgliedern des Verbands der Auslandspresse in Hollywood.

Ryan Gosling und Emma Stone; Foto: picture-alliance / dpa
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Wurden als Hauptdarsteller in „La La Land“ ausgezeichnet: Ryan Gosling und Emma Stone.

Foto: picture-alliance / dpa

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„Moonlight“ stärkster Konkurrent

Damit zog der mit sechs Nominierungen gestartete Film „Moonlight“ allerdings zwangsläufig ein paar Mal den Kürzeren. Die Geschichte eines schwulen Schwarzen in Miami bekam aber am Ende den Preis für den besten Film in der Kategorie Drama – damit ist er der wohl stärkste Konkurrent von „La La Land“, wenn es um die Oscars Ende Februar geht. Da gibt es nämlich keine Aufteilung in Drama und Komödie, sondern nur den besten Film des Jahres. Auch die tragische Familiengeschichte „Manchester by the Sea“ holte von fünf Nominierungen nur einen Preis: den für Casey Affleck als besten Hauptdarsteller in der Sparte Drama.

Moonlight wins Best Motion Picture - Drama

Moonlight wins Best Motion Picture - Drama! #GoldenGlobes

Posted by Golden Globes on Sunday, January 8, 2017

Kein Preis für „Toni Erdmann“

Die Tragikomödie „Toni Erdmann“ ging leer aus: Stattdessen holte die französisch-deutsche Produktion „Elle“ den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film. Auch Hauptdarstellerin Isabelle Huppert gewann für ihr Porträt einer Frau, die beschließt, ihrem Vergewaltiger nachzustellen.

Meryl Streep mit beeindruckender Rede

Die wohl eindrucksvollste Rede des Abends kam von Meryl Streep, die für ihre Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Sie nutzte die Gelegenheit für einen flammenden Aufruf für Vielfalt und Toleranz in Hollywood – und gegen den künftigen Präsidenten Donald Trump, auch wenn sie seinen Namen gar nicht erwähnte.

Preise auch für TV-Serien

Die Golden Globes werden auch für Fernsehproduktionen vergeben: Wie stark auch dieser Fernsehjahrgang wieder war, zeigte sich an den Serien, die gleich mehrere Preise bekamen: Beste Fernsehserie in der Sparte Drama wurde „The Crown“ über die Jugendjahre von Königin Elisabeth II. Der Preis für die beste Comedy-Serie ging an „Atlanta“, die Geschichte zweier Cousins in der Rapszene der gleichnamigen Stadt. Auch die John-le-Carré-Verfilmung „The Night Manager“ und „The People vs. OJ Simpson“ über den berühmten Mordprozess wurden mehrfach ausgezeichnet.

Panne bei Moderator Jimmy Fallon

Für viele eher enttäuschend war die Moderation von US-Komiker Jimmy Fallon. Er hatte unter anderem Schwierigkeiten mit einem Teleprompter. Als dieser ausgetauscht werden musste, improvisierte er und bat entnervt darum, es solle einen Schnitt zum Sänger Justin Timberlake geben. Sobald die Technik funktionierte, gestaltete Fallon seine Einleitung in den Abend politisch: Er verglich den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit dem jugendlichen König Joffrey in „Game of Thrones“.

Jimmy Fallon - Opening Monologue for the Golden Globes

Jimmy Fallon delivers his opening monologue for the 74th Annual Golden Globe Awards! #GoldenGlobes

Posted by Golden Globes on Sunday, January 8, 2017