Die Obamas stecken mitten im Umzug. Sie verlassen das Weiße Haus. Aber die wohl drastischste Veränderung in ihrem Leben erfahren Bo und Sunny. Die beiden portugiesischen Wasserhunde sind in der Präsidenten-Villa groß geworden.

Nun müssen auch die Vierbeiner der Obamas sich auf ihren Umzug vorbereiten. Viele amerikanische Hundefreunde trauern in diesen Tagen auf Twitter. Wir werfen einen Blick zurück: Wie lebt es sich eigentlich als Hund im Weißen Haus?

Präsidentenhund – ein anspruchsvoller Job

Bo und Sunny haben bisher ein Leben in purem Luxus geführt, sollte man denken: volle Bewegungsfreiheit im Weißen Haus, Fahren mit der Präsidentenlimousine, ausgedehnte Ferienreisen an Board der Air Force One und stets jede Menge Personal – bereit, sie jeder Zeit unterm Bauch zu kraulen oder ihnen ihr Lieblingsfutter zu besorgen.  

Bo Obama zerrt als kleiner Hund Barack Obama über eine Wiese.; Foto: dpa/picture-alliance

Hier müssen Präsident und Hund sich offenbar noch aneinander gewöhnen. Das Bild entstand kurz nach dem Einzug von Bo.

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Aber das heißt keines Falls, dass die beiden Hunde auf der gut getrimmten Wiese vor der Präsidentenvilla den Tag über faul in der Sonne liegen konnten. Auch ein Präsidentenhund hat seine Verpflichtungen – und seinen Terminkalender. Zunächst wären da all die Foto- und Pressetermine. Bo und Sunny waren bereits in vielen TV-Shows zu Gast, zum Beispiel bei Jimmy Fallon und Ellen DeGenres. Hinzu kommen viele öffentliche Auftritte gemeinsam mit Präsident und First Lady, auf denen von ihnen als Repräsentanten gutes Benehmen erwartet wird.

Noch-US-Präsident Barack Obama (55) soll kürzlich laut Medienberichten gewitzelt haben, dass er nach seinem Job im Weißen Haus auf eine Anstellung bei Spotify hoffe. Nun sucht der schwedische Musikstreaming-Dienst per Online-Anzeige nach einem „Präsidenten der Playlisten“.

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Wichtigster Termin des Jahres: Das Ostereier-Rollen

Wichtigster Termin für jeden Präsidentenhund ist das alljährliche „Easter Egg Roll“ im Garten des Weißen Hauses.

Bo Obama bei einem Fotoshooting mit rosa Hasenohren; Foto: dpa/picture-alliance

Bo bei einem Presseshooting vor dem traditionellen „Easter Egg Roll“.

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Dazu werden Kinder mit ihren Eltern in den Garten eingeladen, die sich gemeinsam mit der Präsidentenfamilie ein Rennen im Eierrollen liefern. Neben dem Personal des Weißen Hauses, das zu diesem Event in Hasenkostüme gekleidet wird, haben die Hunde hier ihren großen Auftritt – als fröhliche Spielgefährten der Kinder. Es gab sogar einen Präsidenten, der es für ausreichend hielt, dass sein Hund ihn bei diesem Anlass vertrat und der sich selbst lieber in den Urlaub absetzte.

Tiere im Weißen Haus haben Tradition

Das Weiße Haus wird traditionell nicht nur von Menschen bewohnt. Wie die chronologische Aufstellung der Haustiere der Präsidentenfamilien auf Wikipedia zeigt, gibt es kaum ein Haustier, das im Weißen Haus noch nicht vertreten war. Hier lebten ganz selbstverständlich Katzen, Esel, Vögel, Seidenraupen, eine Hyäne und eine Kuh.

Der Papst krault Bo und Sunny Obama; Foto: dpa/picture-alliance

Hoher Besuch im Weißen Haus. Bo und Sunny könnten über die High-Society dieser Welt sicher viel aus dem Nähkästchen plaudern.

Foto: dpa/picture-alliance

Hunde werden in den USA häufig als enge Vertraute und Familienmitglieder der Präsidenten wahrgenommen. Manche der tierischen Villenbewohner haben es zu großem Ruhm gebracht. Entsprechend berichten die Medien häufig über ihr Leben – es entstehen Bücher und Fanartikel. Um sie entwickeln sich manchmal sogar Staatsaffären.

Prominentes Beispiel hierfür ist Franklin D. Roosevelts berühmte Terrier-Dame Fala, der er 1944 sogar eine Rede widmete. Die Opposition hatte Roosevelt zuvor vorgeworfen, seinen Hund nach einem Truppenbesuch vergessen zu haben und unterstellten ihm, er habe gar einen Navy-Kreuzer geschickt, um den Terrier wieder einzusammeln.