Einige im Ausland lebende Türken könnten bald ihre Staatsangehörigkeit verlieren – das hat die türkische Regierung angedroht. Und auch im Land selbst werden unliebsame Angestellte weiter entlassen.

Laut dem neuesten Dekret der türkischen Regierung werden rund 8.400 Staatsbedienstete entlassen. Darunter sind fast 2.700 Polizisten, 1.700 Mitarbeiter der Justizbehörden und 840 Angehörige der Streitkräfte. Außerdem verlieren rund 800 Akademiker und Verwaltungsangestellte an Universitäten ihren Job.

Druck auch auf Diplomaten im Ausland

Die allermeisten werden mit dem Putschversuch Mitte Juli in Verbindung gebracht. In dem Notstandsdekret werden im Ausland lebende Verdächtige aufgefordert, binnen drei Monaten in die Türkei zurückzukehren. Sollten sie das nicht tun, könne ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen werden. Die Aufforderung richtet sich unter anderem an Diplomaten und an Militärangehörige, die an ausländische NATO-Stützpunkte entsandt wurden, unter anderem nach Deutschland.

Insgesamt bereits 120.000 Staatsbedienstete entlassen

Eine Reihe von ihnen hatte bereits Asyl im jeweiligen Gastland beantragt. Seit Beginn des Ausnahmezustandes am 21. Juli wurden rund 120.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert. Mehr als 41.000 Verdächtige kamen in Untersuchungshaft. Das türkische Parlament hatte den Ausnahmezustand in dieser Woche zum zweiten Mal um  weitere drei Monate verlängert.