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Im Spiderman-Style durch Mainz

Mitten in der Stadt die Wände hoch kraxeln: der Sport nennt sich „Buildering“ und findet immer mehr Anhänger. In Mainz hängen sie an Brücken, Sandsteinmauern und Türmen! Hier gibt´s Video, Fotos und Reportage!

Tim Jakobs muss tief durchschnaufen oben in vier Metern Höhe, an einer großen Eisenbahnbrücke in Mainz. Dort hängt er am Brückenbogen und unten auf dem Bürgersteig machen die Leute große Augen, vor allem als er sich abseilt und dann langsam direkt vor ihnen auf dem Bürgersteig runterkommt - wie eine Art Riesenspinne. Eine Passantin: „Man rechnet ja mit allem, nur nicht, dass da einer runterkommt. Mutig!“.

Kraxeln an Mauern und Türmen

Der 24-Jährige Biologiestudent hat schon mehr als ein Dutzend Kletterstellen in Mainz und Wiesbaden gefunden und sogar ein Buch darüber geschrieben. Darin beschreibt er die Kletterrouten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Zum Beispiel an Sandsteinmauern, einem 14 Meter hohen Turm oder an der Uni-Sporthalle. „Das Spannende am Gebäude-Klettern ist, dass jede Wand unterschiedlich behauen ist. Jedes Bauwerk ist anders und so kann man immer wieder neue Routen entdecken!“

Rechtliche Grauzone

Die Stadt Mainz hat grundsätzlich nichts gegen das Klettern in der Stadt. Es gilt allerdings als rechtliche Grauzone. Deshalb betont Pressesprecher Ralf Peterhanwahr, dass man sich unbedingt immer mit dem Ordnungsamt abstimmen soll. „Wir klären dann mit Polizei und Behören, wo und unter welchen Bedingungen wir das Klettern erlauben können. Das ist von Fall zu Fall verschieden – je nach Sicherheitslage“. Auch Kletterer Tim Jacobs rät, sich immer beim jeweiligen Eigentümer zu erkundigen. Außerdem dürfe man nirgendwo Spuren hinterlassen – also keine Haken in den Stein hauen oder die Wände mit Kalk verschmieren. Und keine Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer behindern.

Taubenmist gibt guten Halt!

Pingelig sollte man beim Klettern in der Stadt jedenfalls nicht sein. Denn die Finger von Tim Jacobs sind nach zwei Stunden rabenschwarz und riechen streng nach Taubenmist. Aber das stört ihn nicht – im Gegenteil: „Die Taubenscheiße gibt einen guten Halt. Sie wirkt wie der Kalk, den man in der Halle benutzt.“ Und wenn es im Winter zu kalt und nass für draußen ist, dann will Tim Jakobs übrigens drinnen weiterklettern - und zwar im Irish Pub in Mainz. Seine Lieblingsstelle: das Kellergewölbe auf dem Weg zum Klo!