.: SWR3 Kai-Karsten-Show
Kai hat noch mal Glück gehabt: Er hat mit seinem Wahlverhalten doch nicht den Republikaner John McCain zum US-Präsidenten gemacht. Genau das hat nämlich ein Video aus dem Netz behauptet: Kai ist schuld, wenn McCain gewinnt.
In dem Video ist ein Fernsehstudio zu sehen, und der Moderator erklärt: Der Republikaner John McCain hat die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen – mit einer Stimme Vorsprung vor seinem demokratischen Herausforderer Barack Obama.
Die Fernsehleute wissen auch, wem diese eine Stimme gehört, die Obama gefehlt hat: Es ist die von SWR3-Moderator Kai Karsten, der die Wahl einfach verpennt hat. Kai ist also schuld an McCains Sieg – und damit geht das Video erst richtig los: Gezeigt werden wütende Demonstranten, eine ältere Frau, die Kai als M***f**** bezeichnet, ein Mann irgendwo in der Mongolei, der sich Sorgen macht, dass McCain jetzt sein Land bombardiert. Auf der anderen Seite sind aber auch der angebliche Wahlsieger John McCain, der noch amtierende US-Präsident George W. Bush und ein republikanischer TV-Kommentator zu sehen, die sich heftigst bei Kai bedanken.
Das Video ist ganz erstaunlich – vor allem wenn man weiß, dass Kai tatsächlich bei der Wahl des US-Präsidenten mitmachen darf. In Wirklichkeit ist es aber so: Es gibt weder diesen Fernsehsender, noch ist Kai schuld an einem Sieg McCains. Das Ganze war eine Werbeaktion des Politik-Netzwerks MoveOn.org. Die Macher wollten damit die jungen Wähler mobilisieren, damit sie auch wirklich ihre Stimme abgeben. Weil MoveOn.org mehr Obama nahesteht, malen sie so das Schreckgespenst eines McCain-Siegs an die virtuelle Wand. Mitmachen konnte dabei jeder, diese Website erkennt nicht, ob jemand in den USA wahlberechtigt ist oder nicht.
Technisch gesehen funktioniert das Ganze mit einen Flash-Film – das ist eine ähnliche Technik, wie wir sie auch bei SWR3.de für unsere Videos verwenden. Wer genau hinschaut und hinhört, merkt: In dem Video nimmt keiner den Namen Kai Karsten in den Mund – der taucht nur in den Einblendungen auf, also „Bauchbinden“ und Fotos. In dem Video gibt’s Platzhalter, die hier immer den Namen einfügen, an den man die E-Mail geschickt hat. Vereinfacht gesagt, laufen da zwei Filme übereinander. Technisch gesehen ist das Ganze natürlich wesentlich komplizierter und sehr aufwändig. Auf alle Fälle ist die Aktion ein netter Gag. Und alleine die Tatsache, dass so viele darüber berichten, zeigt auch: Die Macher haben ihr Ziel erreicht – man spricht darüber.