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Neue EU-Handygebühren ab Juli 2009

Explodierende Kosten für Handygespräche im Ausland gehören bald der Vergangenheit an. Die Europäische Union hat Obergrenzen für das Telefonieren im Ausland festgelegt. Zum 01. Juli 2009 müssen die Netzbetreiber die Gebühren weiter senken. SWR3-Handymän Josh Kochhann hat die wichtigsten Neuigkeiten zusammengestellt:

Telefonieren wird billiger 
Neue EU-Handygebühren ab Juli 2009 (Quelle: dpa/picture-alliance)
Mit Handy am Strand

Das ist die wichtigste Erkenntnis, wenn auch nur um wenige Cent pro Minute. Aber in der Summe kann die neue Regelung bei einem 14-tägigen Urlaub in Spanien oder Italien etliche Euro einsparen. Verändert wurde zum Vorteil der Kunden auch der Abrechnungstakt. Er ist wesentlich fairer geworden. Für angenommene Gespräche aus Deutschland müssen die Mobilfunkbetreiber sogar sekundengenau abrechnen.


Der neuen Maximal-Beträge für EU-Gespräche:

ab Juli 2009 

ab Juli 2010

ab Juli 2011

Abgehende Gespräche

51,17 

46,41  

41,65

Ankommende Gespräche

** 

22,61 

17,85 

13,09


*  Sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sek. (30/1)

** Sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Sekunde (1/1)

 

SMS aus dem Ausland oft billiger

Das ist wirklich an Kuriosität nicht mehr zu überbieten: Ab dem 01. Juli kostet eine SMS aus dem EU-Ausland nur noch 13 Cent. Bei vielen Handyverträgen in Deutschland zahlt man zwischen zwei unterschiedlichen Mobilfunknetzen oft noch viel mehr. Damit ist es wirklich gar kein Problem mehr, die Freunde und Verwandten zuhause über jeden Schritt im Urlaub zu informieren. Bislang haben die Netzbetreiber sogar noch abkassiert, wenn im Ausland eine SMS aus Deutschland empfangen wurde. Auch das ist nun anders: Der Empfang einer SMS im Urlaub ist kostenlos. Ähnlich sieht es beim mobilen Internetsurfen aus: Als deutscher Mobilfunkkunde erscheinen auf meiner Handy-Rechnung für ein Megabyte Datenverkehr zukünftig maximal 1,19 Euro.

Netzbetreiber stellen automatisch um

Wir als Kunden werden lediglich darüber informiert, dass ab sofort alles billiger ist. Prinzipiell müssen wir uns um nix kümmern. Lediglich bei einigen Prepaid-Tarifen könnte eine Umstellung nicht automatisch erfolgen. Deshalb der Tipp: Sicherheitshalber nachfragen. Denn wer z.B. bei Vodafone nicht eine bestimmte Tarifoption deaktiviert, telefoniert in seinem Urlaub wieder wie früher: Nämlich viel zu teuer!

Eine Falle liegt noch im Detail: Europa ist nicht gleich EU. Wer Urlaub in der Schweiz, Kroatien oder der Türkei macht, hat von den neuen Tarifen leider nichts.

Erschwerter Notruf ab 01. Juli

In Zukunft muss für einen Notruf über die 112 immer eine betriebsbereite SIM-Karte im Handy eingelegt sein. Dabei ist es egal ob beispielsweise bei einer PrePaid-Karte das Guthaben aufgebraucht oder abgehende Gespräche gesperrt sind. Hauptsache eine SIM-Karte ist im Mobiltelefon, dann funktioniert auch der Notruf. Bislang konnte man nämlich mit jedem Handy auch ohne SIM-Karte die 112 wählen. Weil der Missbrauch aber so hoch war, hat die Bundesnetzagentur das verboten.