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Neue EU-Handygebühren ab Juli 2010

Explodierende Kosten für Handygespräche im Ausland gehören der Vergangenheit an. Die Europäische Union hat Obergrenzen für das Telefonieren im Ausland festgelegt. Zum 01. Juli 2010 müssen die Netzbetreiber die Gebühren noch weiter senken. SWR3-Handymän Josh Kochhann hat die wichtigsten Neuigkeiten zusammengestellt:

Telefonieren wird billiger 
Neue EU-Handygebühren ab Juli 2009 (Quelle: dpa/picture-alliance)

Das ist die wichtigste Erkenntnis, wenn auch nur um wenige Cent pro Minute. Aber in der Summe kann die neue Regelung bei einem 14-tägigen Urlaub in Spanien oder Italien etliche Euro einsparen. Verändert wurde zum Vorteil der Kunden auch der Abrechnungstakt. Er ist wesentlich fairer geworden. Für angenommene Gespräche aus Deutschland müssen die Mobilfunkbetreiber sogar sekundengenau abrechnen.

Die neuen Maximal-Beträge für EU-Gespräche:

ab Juli 2009 

ab Juli 2010

ab Juli 2011

Abgehende Gespräche

51,17 

46,41  

41,65

Ankommende Gespräche

** 

22,61 

17,85 

13,09


*  Sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sek. (30/1)

** Sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Sekunde (1/1)

Unverändert niedrig bleiben auch die Preise für eine SMS. Die lagen bereits seit letztem Jahr bei 13 Cent. Das ist teilweise günstiger, als innerhalb Deutschlands.

Mobiles Surfen wird ebenfalls günstiger

Auch hier hat die EU strikte Regelungen vorgegeben. Ab dem 01. Juli 2010 kostet ein Megabyte im Daten-Roaming maximal 80 Cent. Ab Juli 2011 sogar nur 50 Cent. Damit wird die Nutzung des eigenen Smartphones auch im Urlaub attraktiver – um mal kurz eine Email zu schreiben oder im Internet zu surfen. Eine weitere Neuerung schützt uns Kunden vor einer extrem hohen Surf-Rechnung – aber ebenfalls nur innerhalb der EU. Alle Mobilfunkbetreiber müssen dafür sorgen, dass eine Surfrechnung im Ausland nie über 50 Euro netto, also 59,50 Euro kommt. Diese Regelung gilt, solange sich der Kunde nicht für ein höheres Limit bei seinem Mobilbetreiber entscheidet. Wir Kunden werden bei Erreichen von 80 Prozent des Kostenlimits per SMS informiert.

Kostenfalle: Mailbox

Bislang wurden sogar Anrufe abkassiert, die auf meiner Mailbox aufliefen, wenn ich mich im Urlaub befand. Das Problem hieß: Doppelte Umleitung. Wenn sich der Angerufene im Ausland aufhielt, aber gerade nicht erreichbar war, ging der Anruf von Deutschland ins Ausland zum dortigen Netzbetreiber. Der signalisierte: Das Handy ist gerade aus und damit ging der Anruf wieder zurück nach Deutschland auf die Mailbox. Die EU hat ganz eindeutig geregelt: Ab diesem Jahr darf in einem EU-Land nicht mehr doppelt abkassiert werden. Erst das Abhören der Nachrichten von der heimischen Mailbox kostet Geld!

Netzbetreiber stellen automatisch um

Wir als Kunden werden lediglich darüber informiert, dass ab sofort alles billiger ist. Prinzipiell müssen wir uns um nix kümmern. Lediglich bei einigen Prepaid-Tarifen könnte eine Umstellung nicht automatisch erfolgen. Auch gab es in der Vergangenheit Mobilfunkanbeiter die Tarife einfach umgestellt haben, obwohl die Kunden davon nix wussten. Deshalb der Tipp: Beim eigenen Handybetreiber nachfragen und auf den Euro-Tarif bzw. die Standard-Roaming-Konditionen bestehen. Eine Falle liegt noch im Detail: Europa ist nicht gleich EU. Wer Urlaub in der Schweiz, Kroatien oder der Türkei macht, hat von den neuen Tarifen leider nichts.