SWR3-Report: Energiewende Eine Energiegenossenschaft

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz macht Energiegenossenschaften so interessant. Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom aus Erneuerbaren Energiequellen gibt es einen garantierten Preis, zwanzig Jahre lang.

Industriepark Föhren (Quelle: suedeifel-strom.de)

Die bislang größte Dachanlage der Bürgergenossenschaft wurde im Sommer 2010 im Industriepark Föhren errichtet.

Foto: suedeifel-strom.de

Sie leben in der Eifel, im Raum Bitburg, im Norden von Rheinland-Pfalz. Wenn Heiko Jakobs und Margit Lehnen durch die Region fahren, können sie bei dem ein oder anderen Solardach, auf einer Schule zum Beispiel, sagen: Das ist mein Stück Energiewende. Denn da steckt auch ihr Geld drin. Sie sind Mitglied bei Südeifelstrom, einer Energiegenossenschaft. Vorstand Mario Brüders erklärt, wie es funktioniert:

So funktioniert es

„Mitglied werden sie, indem sie mindestens einen Anteil zeichnen, ein Anteil hat den Wert von 500 Euro. Mit dieser Zeichnung erwerben sie auch ein Stimmrecht in der Genossenschaft. Sie können also mitreden, wie die über 230 Mitglieder bei Südeifelstrom.“

Die Geldanlage macht sich bezahlt

Die Genossenschaft zahlte zuletzt vier Prozent Rendite im Jahr. Volker Becker ist im Südeifelstrom-Vorstand für die Finanzen zuständig und sagt: „Wir haben in sehr gute Projekte investiert, aber wir haben auch eine unheimlich positive Entwicklung in unseren Mitgliederzahlen, in der Entwicklung des Eigenkapitals und können so immer mehr auch in weitere Projekte investieren.“

Und die Zukunft der Südeifelstromer soll in diesem Jahr die Beteiligung an einem Windpark sein. Die Verhandlungen laufen.
In Rheinland-Pfalz gibt es rund 20 Energiegenossenschaften, Baden-Württemberg meldet fast 90. Trend: Es werden immer mehr.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz macht Energiegenossenschaften so interessant. Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom aus Erneuerbaren Energiequellen gibt es einen garantierten Preis, zwanzig Jahre lang. Das macht die Kalkulation einfach.

Kürzungen der Subventionen

Weniger gut ist es dann allerdings, wenn die Förderung von Solaranlagen spürbar gekürzt wird. Die beschlossenen Kürzungen zwischen 20 und 30 Prozent wirken sich natürlich auch bei der Genossenschaft nicht unbedingt positiv auf Folgeprojekte aus.„Durch die langen politischen Debatten fehlt die Planungssicherheit“, bedauert Südeifelstromvorstand Mario Brüders. Weniger Förderung tut weiteren neuen Solaranlagen aber keinen Abbruch.

Gute Investition

Für die Genossenschaftsmitglieder Margit Lehnen und Heiko Jakobs ist Südeifelstrom nach fast drei Jahren Erfahrung immer noch die richtige Investition gewesen: „Für mich war der Umweltgedanke sehr wichtig, ne Anlage zu finden, wo ich einmal meinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und vielleicht gleichzeitig auch noch nen kleinen Ertrag habe.“ Dass es eine Kapitalanlage ist, die man vor Ort auch sehen und greifen kann im Vergleich zu vielen immateriellen Fondsanlagen, hier hat man ein Produkt, das man in seiner Heimat vor Ort wieder findet.