SWR3 Gamecheck Abenteuer, Rätsel und Verschwörungen

Ob zum Nabelberg in der Türkei, nach San Francisco oder ins CERN in der Schweiz – der Spieler kommt ganz schön rum in „Geheimakte 3“. Ein schönes, spannendes Point & Click-Adventure um das Geheimnis des ältesten Tempels der Welt.

Darum geht´s:

Gut vier Jahre nach ihrem letzten Abenteuer (Geheimakte 2: Puritas Cordis) sind die beiden Helden, die Journalistin Nina Kalenkow und der Archäologe Max Gruber, wieder zurück. Die gute Nachricht: Die beiden wollen heiraten. Die schlechte: Wenige Tage vor der geplanten Hochzeit wird Max aus seiner Berliner Wohnung entführt. „Kümmere Dich um unsere Hochzeitsreise“ sind seine letzten mysteriösen Worte. Das bringt Nina (und damit den Spieler) auf die richtige Spur: Die führt zu einer Ausgrabungsstätte am Nabelberg in der Türkei, wo Max mit einem Kollegen angeblich eine brisante Entdeckung gemacht hat. Ist das der Grund für die Entführung?

So spielt sich’s:

Geheimakte steht für bestes, klassisches Point & Click-Adventure. Soll heißen: Alle Aktionen werden mit der Maus ausgeführt. Damit steuern wir die  Spielfiguren (meist Nina, ein wenig Max und sehr wenig einige Neben-Charaktere), untersuchen Gegenstände und kombinieren sie miteinander und unterhalten uns mit anderen Figuren im Spiel. Neben den üblichen Kombinationsrätseln gibt’s auch kleinere Klettereinlagen und sogar einen simplen Kampf gegen einen Roboter. Wer nicht weiterkommt, bemüht die Hilfsfunktion oder lässt sich auf Knopfdruck alle wichtigen Objekte der Umgebung anzeigen. Sehr praktisch: Nach einer längeren Spielpause erhalten wir ein übersichtliches „Was bisher geschah“.

So sieht`s aus:

Bei den gezeichneten Spielorten haben sich die Grafiker viel Mühe gegeben; ob Nabelberg in der Türkei, San Francisco und Alcatraz, das CERN in der Schweiz, Alexandria im Jahr 48 v. Chr. oder (per Traumsequenz) das mittelalterliche Florenz: Alles ist atmosphärisch stimmig. Die Animationen wirken dagegen – wie schon bei den beiden Vorgängern – ungelenk und manchmal sogar unfreiwillig komisch. Da ist für den vierten Teil noch viel Luft nach oben. Die deutsche Synchronisation ist gut, stellenweise witzig, kaut uns aber zuweilen ein Ohr ab. Gerade Nina leidet mitunter an Wortdurchfall.   

Fazit:

Beginnen wir mit den Kritikpunkten: Die Grafiker hatten vier Jahre Zeit, den Kurs „Animation für Dummies“ zu belegen. Haben sie aber nicht. Und die angegebene Spielzeit von rund 15 Stunden unterbieten Adventure-Profis dann doch deutlich. Der Rest ist aber fast durchgehend eitel Sonnenschein: Die Story beruht auf einem realen Mysterium der Archäologie (die uralten Tempelanlagen am Nabelberg gibt es wirklich) und ist mit ihrer Verschwörungsthematik entsprechend spannend, die Rätsel sind nie unlogisch, die Figuren glaubwürdig und die Helden sympathisch – da identifiziert man sich doch gerne. Das Abenteuer läuft auf allen Windows-Systemen, kostet rund 38 Euro und ist frei ab 12 Jahren. Eine Demoversion zum Ausprobieren findet sich auf der Website des Herstellers.

Link zur Website: http://secretfiles.deepsilver.com/de/index.php