SWR3 Gamecheck Aliens: „Colonial Marines“

Im Kino lehrten uns die „Aliens“ von James Cameron das Fürchten. Deshalb haben viele Fans lange auf das Spiel gewartet. Allerdings sind die Aliens der Gameversion nicht schrecklicher als eine Horde Rauhaardackel. Warum, erfahrt ihr hier.

Darum geht's:

Die Ausgangsvoraussetzungen für dieses Game sind optimal: Eine starke Lizenz (James Camerons „Aliens“ mit Sigourney Weaver) und das Entwicklerstudio Gearbox, das bereits Hits am Fließband abgeliefert hat (Borderland 2, Half Life). Erstes Stirnrunzeln dann aber bei der Story, die Teil 2 der Kinofassung arg verbiegt: Die Mission des Raumschiffs USS Sulaco ist gescheitert, Corporal Hicks schickt einen Notruf und die Marines einen Rettungstrupp, in dem der Spieler als Corporal Winter die Hauptrolle spielt. Aber nun gut – kann man machen, das ist dichterische Freiheit. Auch wenn Aliens–Fans sicher lieber Ripley übernommen hätten.

So spielt sich's:

Das anfängliche Stirnrunzeln wird dann aber zur schreckerstarrten Grimasse, wenn man sich dem völlig vermurksten Game gegenübersieht – das so ziemlich alles verkehrt macht, was man beim Spieldesign nur falsch machen kann. Statt fast wehrlos durch dunkle Gänge zu schleichen, den Puls auf 180 aus Angst vor den schrecklichen Aliens, ziehen wir - ausgestattet mit dem Waffenarsenal einer kleinen Nato-Armee - durch die Schlauchlevel, um ganze Horden der Aliens über den Haufen zu ballern, die uns wie Kamelle zu Fasching entgegen geschleudert werden. Und auch ungefähr genauso intelligent sind. Dafür gibt es dann unsterbliche und viel zu schlaue KI-Begleiter, viel zu viel Munition und kein Wort zur Vorgeschichte.

So sieht's aus

Ok, das Game war verdammt lange in der Entwicklung. Was dann aber keine Entschuldigung dafür ist, dass es stellenweise nach 90er Jahre aussieht. Matschige Texturen, Animationen und Mimik, die auf partielle Lähmung der Figuren schließen lassen und Effekte, die wir mit dem Lego–Filmstudio besser hinbekommen. Einzige Lichtblicke in der Technik sind da der nette Wiedererkennungswert einiger Film–Locations und der Soundtrack. Die deutsche Synchronisation klingt dagegen so amateurhaft dramatisch, dass sie schon wieder komisch ist. Immerhin das.

Fazit:

„Aliens: Colonial Marines“ gibt es für PC, PS3 und Xbox 360 zum Preis von (viel zu teuren) 50 Euro, frei gegeben ist es ab 18 Jahren.

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Millionen von Spielern haben sich auf dieses groß angekündigte Game gefreut. Und werden die Entwickler jetzt auf den Planeten LV–426 wünschen, mitten in eine Xenomorph–Kolonie. Bei einigen der ganz seltenen Schleichmomente und im Koop–Multiplayer deutet das Game an, wie schön es hätte werden können. Sonst aber ist das ein einfallsloser Fließbandshooter, bei dem sich Designfehler, Storyschwächen und Technik–Bugs die Klinke in die Hand geben. Das Schlimmste ist aber, dass aus den furchterregenden Aliens, die uns im Kino das Fürchten lehrten, dumpf-blödes Kanonenfutter geworden ist, nicht schrecklicher als eine Horde Rauhaardackel. Man kann sich noch so sehr bemühen, dieses Spiel zu mögen – es funktioniert einfach nicht.