SWR3 Gamecheck Die neue Wii U mit Riesen-Gamepad

Jetzt ist es amtlich: Am 30. November kommt die neue Nintendo Wii U in die Läden. Das perfekte Weihnachtsgeschenk oder doch lieber warten auf Xbox 720 oder PS4? Unser Gamechecker bringt euch auf Stand.

Releasedaten und Preise

Wii U (Quelle: Nintendo)

Die Premium-Version ist schwarz.

Foto: Nintendo

Nachdem monatelang die Gerüchteküche gebrodelt hatte, ist es nun offiziell: Nintendos neue Konsole, die Wii U (gesprochen: Wieju), kommt am 30. November nach Europa. Die Amis bekommen sie zwar zwei Wochen vor uns (am 18. November), die Japaner aber erst eine Woche später (am 8. Dezember). Was ungewöhnlich ist, hat doch Nintendo sein Mutterland sonst immer bevorzugt behandelt. Die Konsole wird in zwei Versionen erscheinen: Die Basic-Variante mit einer weißen Wii U mit 8 GB Speicher, einem weißen Gamepad und wird wohl 299 Euro kosten; die Premium-Version ist schwarz, hat 32 GB Speicher, ein schwarzes Gamepad, noch einiges Extra-Zubehör (wie Sensorbar, Gamepad- Dock, Standfuß, 1 Jahr Nintendo Network-Premium und ein Spiel) zum Preis von 349 Euro.

Die Technik:

Unter der Haube hat die Wii U einen IBM Power PC Mehrkern-Prozessor, einen speziell für die Konsole entworfenen AMD 7 Grafikprozessor und 2 GB Arbeitsspeicher; einen davon benötigt die Konsole selber, der andere ist für Spiele reserviert. Die gibt’s dann auf (ebenfalls speziellen) DVDs, die bis zu 25 GB an Daten aufnehmen können. Grafisch schafft die Wii U - anders als die alte Wii - endlich mal eine Full HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel, also 1080p); damit liegt sie dann mindestens auf Augenhöhe mit den Konkurrenten PS3 und Xbox 360. Der Prozessor dagegen ist ein Stückchen langsamer. Dafür ist dann aber auch der Stromverbrauch mit 40 - 75 Watt geringer als bei den anderen.

Ganz speziell: Das Gamepad

Das extragroße Gamepad (Quelle: SWR3.de)

Das extragroße Gamepad

Herausragendes Merkmal der Wii U ist das neue riesige Gamepad, das es zusätzlich zum klassischen gibt. Das hat einerseits die üblichen Bedienelemente, zusätzlich aber auch noch einen 6,2 Zoll großen Touchscreen in der Mitte. Der dient als Erweiterung des Fernseh-Bildschirms und zeigt zusätzliche Spielinhalte, kann aber auch als Ersatz eingesetzt werden: Falls der Fernseher anderweitig benötigt wird, kann man auf dem Display des Controllers weiterzocken. Außerdem hat das Pad auch noch Lautsprecher, Beschleunigungssensoren, ein Mikro und eine Kamera, die dann auch zu Steuerzwecken eingesetzt werden kann. Mehr als zwei Pads gleichzeitig schafft die Wii U aber nicht; bis März 2013 soll es auch nur Games geben, die eines benötigen. Vorher wird das Pad auch nicht einzeln zu kaufen sein.

Spiele und Zielgruppe

Die gute Nachricht zuerst: Auch die alten Wii-Spiele laufen auf der Wii U, die dafür einen Emulator an Bord hat. Zum Start wird einerseits das Nintendo-Stammpublikum mit „Mario“ und „Nintendo Land“ bedient. Dritthersteller setzen aber auch mit Titeln wie „Mass Effect 3“ oder „Darksiders 2“ verstärkt auf die Profizocker. Bis März 2013 sollen gut 40 Titel erscheinen, darunter auch große Nummern wie „Assassins Creed 3“ oder „Batman: Arkham City“. Alle großen Spielefirmen wollen da mitmischen.

Brauch ich die denn jetzt wirklich?

Technisch ist die Wii U vermutlich in etwa auf Augenhöhe mit der augenblicklichen Konkurrenz. Die aber schon den Sprung auf die nächste Evolutionsstufe angekündigt hat: Nächstes Jahr, spätestens aber 2014, werden Xbox 720 und PS4 auf den Markt kommen. Nicht viel Zeit also für die Wii U, sich zu etablieren. Und das wird nur funktionieren, wenn der neue Controller mit seinen vielen Möglichkeiten dann auch spielerischen wirklich einen Mehrwert bietet und die Wii U-Games sich grundlegend von den PS3- und Xbox-Spielen unterscheiden. Die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht - ab Ende November wissen wir dann mehr.