Seine Ziele: Rache und Gerechtigkeit. Corvo Attano, Leibwächter von Kaiserin von Dunwall, gerät unter Mordverdacht und soll hingerichtet werden. Doch ihm gelingt die Flucht und er beginnt seinen persönlichen Rachefeldzug.
Im Inselstaat Dunwall läuft es mächtig unrund: Eine Rattenpest dezimiert die Bevölkerung, die Suche nach einem Gegenmittel bleibt erfolglos. Dann wird auch noch die Kaiserin getötet und ihre Tochter, die Thronerbin entführt. Als Sündenbock soll ihr Bodyguard Corvo herhalten. Seine Hinrichtung ist schon beschlossene Sache – doch da hilft ihm eine Gruppe Royalisten bei der Flucht. So macht er – bzw. der Spieler – sich daran, das entführte Töchterlein zu suchen und Rache an denen zu nehmen, die hinter dem Putsch stecken.
Dishonored lässt uns freie Hand, wie wir die Missionen in den neun großen Kapiteln angehen wollen. Wer mag, schleicht sich an den Wachen vorbei und betäubt diese höchstens mal, Freunde von Klinge und Kugel suchen die offene Konfrontation. Dazu kommen noch ausbaubare magische Fähigkeiten wie Teleportation, die Möglichkeit, andere Körper zu übernehmen und vieles mehr. Die unterschiedlichen Lösungswege laden zum Experimentieren und mehrmaligem Durchspielen ein, auch weil unsere Vorgehensweise den Spielablauf jeweils leicht verändert.
Das Game ist zwar nicht unbedingt die Krone der grafischen Schöpfung, liefert aber insgesamt eine stimmige Atmosphäre ab. Das ungewöhnliche Steampunk-Setting mit einer Mischung aus industrieller Revolution, Jules Verne und viktorianischem Chic überzeugt trotz kleinerer Texturprobleme und holpriger Animationen. Genau wie der Sound mit der stimmigen musikalischen Untermalung und den engagiert vortragenden deutschen Sprechern.
Dishonored ist eine Mischung aus dem alten Schleich-Abenteuer „Thief“, dem Setting eines „Bioshock“ und den Möglichkeiten von „Half Life 2“ oder „Deus Ex“. Was auch nicht verwunderlich ist, wirkten doch genau die Entwickler dieser Games an Dishonored mit. Hier und da muss sich das Spiel den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug aus seinen großartigen Möglichkeiten zu machen. Vieles bleibt angedeutet, der an sich guten Story fehlt es ein wenig an interessanten Verästelungen, die künstliche Intelligenz hat teilweise deutliche Aussetzer. Was aber alles nichts daran ändert, dass Dishonored ein großartiges Game der beinahe unbegrenzten Möglichkeiten ist.