Neue Internetadressen Eine Zahl mit 37 Nullen

Neue Adressen braucht die Welt: Um den Datenstau im Internet zu verhindern, wird das neue Protokoll IPv6 eingeführt. Damit hat jeder Computer künftig eine feste Internetadresse.

Die Ausgangslage

Verbinden sich Computer oder Smartphones mit dem globalen Datennetz, dann benötigen sie stets so genannte IP-Adressen. Hinter diesen Adressen verbergen sich die technischen Anschriften des weltweiten Datenverkehrs. Sie sorgen dafür, dass eine E-Mail den richtigen Nutzer erreicht oder ein Browser die korrekte Website aufruft. Als Adresse benutzt das Internetprotokoll (IP) nur Zahlen.

Das Problem

Bei dem bisherigen IPv4-Protokoll, das aus den Anfangszeiten des Internets stammt, ist die rechnerische Anzahl auf weltweit etwa vier Milliarden Adressen begrenzt. Das ist viel zu wenig und nur weil Adressen dynamisch verteilt und Leerläufe ausgenutzt werden, kommt derzeit noch immer jeder, der möchte, ins Netz.

Die Lösung

Das Problem war den Informatikern schon früh bekannt und so legten sie schon 1998 das neue, deutlich erweiterte Protokoll IPv6 fest. Damit sind 340 Sextillionen IP-Adressen möglich – das ist eine 34 mit 37 Nullen oder ausgeschrieben:

340.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000

Viele Provider, Betreiber von Webseiten und auch Hersteller von Internetgeräten stellen ab dem 6. Juni, dem „World IPv6 Launch Day“, dauerhaft auf das neue Protokoll um.

Was ändert sich?

Für den Endverbraucher eigentlich überhaupt nichts, von der Umstellung merkt er nichts. Moderne Computer und Smartphones funktionieren schon mit dem neuen Standard. Viele ältere Geräte, die in den vergangenen Jahren verkauft wurden, unterstützen allerdings nur IPv4. Der alte Standard bleibt jedoch auf absehbare Zeit parallel aktiv – von bis zu zehn Jahren ist die Rede. Viele Anbieter stellen erst später um - auch die Telekom.

Wie kann ich feststellen, ob mein Gerät IPv6-tauglich ist?

Wenn der Provider schon umgestellt hat und man ist immer noch online, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen. Dann gibt es Seiten im Netz, mit denen man das prüfen kann, eine davon haben wir hier verlinkt. Und am schnellsten geht es, wenn Du einfach in der Bedienungsanleitung nachliest und im Zweifelsfall den „Support“ der Firma oder des Providers anschreibst.

Was sagen die Datenschützer?

Durch die schier unbegrenzte Zahl an neuen IP-Adressen kann jetzt jedem Endgerät eine feste IP-Adresse zugeordnet werden. Das gefällt den Datenschützern nicht, die befürchten, dass Nutzer dauerhaft und weltweit identifizierbar werden. Netzaktivist Lutz Donnerhacke hält dagegen: „Ein Mensch hinterlässt bei der Internetnutzung vielfältige Datenspuren. Die IP-Adressen gehören dabei zu den kleinsten Übeln.“

Zudem bietet das neue Adresssystem auch die Möglichkeit neuer Sicherheitsstandard: Denn jedes Gerät kann mehrere IPv6-Adressen haben. Mit der Funktion namens „Privacy Extensions“ können dem Gerät bei Bedarf weitere Adressen zugeteilt werden, die jeweils nur einen Tag lang gültig sind.