SWR3 Gamecheck Ghost Recon: Future Soldier

Unser SWR3-Gamechecker hat es eigentlich nicht so mit patriotischen Geschichten, in denen Amerikaner als Weltpolizei gegen Terroristen antreten. Doch dafür punktet der Taktikshooter „Ghost Recon“ an anderer Stelle.

Darum geht’s:

Die Story von der Stange ist erst mal wenig aufregend und mit typischem amerikanischen Patriotismus gewürzt: Als ein Spezialtrupp in Mittelamerika einen Waffentransport aufbringt, explodiert eine Bombe im Konvoi und reißt die Spezialisten in den Tod. Ein vierköpfiges Ghost-Recon-Team soll die Sache dann klären - hinter der natürlich der internationale Terrorismus steckt. Das garantiert dann aber immerhin Einsatzorte in aller Welt, darunter afrikanische Wüsten, südamerikanischer Dschungel oder die Straßenschluchten von Moskau. Abwechslung ist also angesagt.

So spielt sich’s:

Die neueste Ausgabe der „Ghost Recon“-Reihe setzt mehr auf Action als die sehr taktisch ausgelegten Vorgänger. Die umständliche Befehlsvergabe an die KI-Mitstreiter wurde gestrichen, stattdessen agieren die Kollegen jetzt autark - und das gar nicht mal schlecht. Ganz gestrichen wurde die Abteilung Taktik aber nicht: Noch immer gibt es auch Missionen, in denen geschlichen werden muss oder es auf Kooperation ankommt. Was dann natürlich im Zusammenspiel mit menschlichen Mitspielern noch wesentlich mehr Spaß macht als mit KI-Söldnern. Neu sind schließlich auch die vielen technischen Spielzeuge wie Fernlenk-Drohnen oder Tarngeräte, die fast unsichtbar machen.

So sieht’s aus:

Hier und da ist die Grafik zwar etwas ungenau und verwaschen, wirkt dafür aber stets lebendig und realistisch. Wenn es im Sandsturm durch eine afrikanische Siedlung geht oder in einer südamerikanischen Kleinstadt eine Massenpanik ausbricht, während uns eine verwackelte Kamera folgt, so hat man fast das Gefühl, tatsächlich dabei zu sein. Ein Gefühl, dass durch die authentischen Umgebungsgeräusche, die dicken Waffensounds und die Dialoge und Funksprüche noch verstärkt wird.

Fazit:

„Ghost Recon: Future Soldier“ gelingt der schwere Spagat zwischen Taktik und Action: Eben noch schleichen wir durch ein Flüchtlingscamp in Afrika, kurze Zeit später steuern wir einen schweren Kampfroboter durch verschneite Gebiete - langweilig wird das wirklich nicht. Für Solospieler fällt die gut 10-stündige Kampagne etwas zu leicht aus; zusammen mit drei menschlichen Kollegen aber, wenn taktische Absprachen und blindes Verständnis gefragt sind, ziehen Schwierigkeitsgrad und Spielspaß deutlich an. Coole Gadgets, viel Abwechslung und technisch sauber inszeniert: Perfekt für die Freunde der intelligenten Action. Erschienen ist das Spiel für PS3 und Xbox 360 (ab Mitte Juni dann auch für PC); es kostet ca. 50 Euro und ist ab 18 Jahren frei gegeben.