Gamescom 2012 Neue Spiele, alte Hardware

Kostenlose Spiele sind einer der großen Trends der diesjährigen Gamescom. Bei den Vollpreis-Spielen trifft man auf der Gamescom fast durchgehend auf bekannte Namen, kaum jemand versucht noch, eine neue Marke zu etablieren.

Nach dem Fachbesuchertag am Dienstag startete Europas größte Spielemesse auch für die „normalen“ Zocker. Auf 140.000 Quadratmetern präsentieren rund 600 Aussteller bis Sonntag die Spiele-Highlights der kommenden Monate; gut 300 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren wurden angekündigt. Fehlanzeige stattdessen aber beim Thema „Neue Hardware“: Neue Konsolen gibt es auf der GC keine zu sehen. Auch deshalb nicht, weil mit Nintendo und Microsoft zwei der großen Hersteller erst gar nicht in Köln angetreten sind.

„Free-2-Play” und „Mobile Gaming“

Kostenlose Spiele sind einer der großen Trends der diesjährigen Gamescom. „Free-2-Play“-Titel können kostenlos gespielt werden. Wer aber schneller vorankommen oder das Spielerlebnis erweitern will, kauft sich während des Zockens für wenige Cent zusätzliche Dinge wie Rüstungen, Waffen oder andere Verbesserungen. In diesem Jahr werden gut 150 Millionen Euro für derartige „Ingame Items“ ausgegeben werden – weshalb diese Art von Games auf der Messe auch breiten Raum einnehmen. Hersteller Ubisoft kündigte für bekannte Titel wie „Anno“, „Might & Magic“ oder „Silent Hunter“ Free-2-Play-Versionen an und auch Shooter-Spezialist Crytek will mit „Warface“ mit einem „Game für lau“ starten. Ein weiteres großes Thema der GC 2012 ist das Mobile Gaming; beim Spielen auf dem Smartphone werden in diesem Jahr Zuwächse von über 50 Prozent erwartet.

Fortsetzungen und bekannte Namen

Die Publisher wollen aber nicht auf herkömmliche Games verzichten. Bei den Vollpreis-Spielen trifft man auf der Gamescom fast durchgehend auf bekannte Namen, kaum jemand versucht noch, eine neue Marke zu etablieren. Ob „Call of Duty: Black Ops 2“, „Resident Evil 6“, „Assassins Creed 3“ oder “Hitman Absolution” – da geht man lieber auf die bewährte Nummer sicher. Zuweilen gibt’s sogar ein komplett neues Spielprinzip, getarnt mit einem vertrauten Namen: So hat das neue „Metal Gear Rising: Revengeance“ absolut nichts mehr mit den alten Schleich-Abenteuern der „Metal Gear“-Reihe zu tun, sondern ist ein knallhartes Actiongame. Vertraute Namen verkaufen sich nun mal besser.

Die neue Lara und andere Highlights

Eine Überraschung ist das neue „Tomb Raider“: Hier hat Entwickler Square Enix ein „Reboot“ verordnet, alles auf Anfang. Die junge Lara Croft strandet auf einer mysteriösen Insel und muss ums Überleben kämpfen. Wir lernen eine empfindliche Lara kennen, die sogar Skrupel hat, Tiere zu töten, mit der Zeit aber wächst und reift – sehr menschlich, fast filmreif. Leider müssen wir uns da noch bis Februar 2013 gedulden. Weitere Highlights der Messe: Das Action-Adventure „Assassins Creed 3“ (das dieses Mal zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges spielt), der Shooter „Far Cry 3“ und das Überlebensdrama „The Last of Us“.

Schlangen, schlimme Wochenenden und Promis

Zwar waren die Hallen am Fachbesuchertag noch überschaubar leer (was sicher auch an den extrem breiten Gängen und den vielen Freiflächen lag), doch  bildeten sich vor den Anspielstationen der begehrten Games trotzdem schon recht lange Schlangen. Die dürften ab Mittwoch noch deutlich länger werden und sich dann am Samstag selber in den Schwanz beißen. Im Vorverkauf sind die Samstag-Karten schon eine ganze Weile ausverkauft. Wer auch an anderen Tagen nach Köln kann, sollte den Samstag also besser meiden. Mit etwas Glück (oder Pech – je nach Geschmack) trifft er dann auch den ein oder anderen Promi. Uns liefen zum Beispiel schon Sängerin Stefanie Heinzmann (die lustiger Weise Reklame für das Tanzspiel „Just Dance 4“ machte) und Micaela Schäfer über den Weg (übrigens vollständig bekleidet).

Das Rahmenprogramm

Wer in Köln dann keine Spiele mehr sehen kann, kann sich bei sportlichen Aktivitäten wie Klettern ablenken, darf ne Runde Motorrad fahren, schaut den Jungs auf der großen Halfpipe zu oder verfolgt die deutsche Meisterschaft der „Casemodder“ mit ihren abenteuerlichen PC-Gehäusen. In Halle 10 kann an den vielen Gimmickständen eingekauft werden, außerdem gibt’s in der Kölner Innenstadt im Rahmen des „Gamescom Festival“ wieder viel Musik – unter anderem mit Kettcar, Bosse, Olli Schulz und Thees Ullmann.

 

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