Das Warten hat ein Ende: Nintendo bringt die neue Spiele-Konsole Wii U an den Start. Das perfekte Weihnachtsgeschenk? Unser Gamechecker hat sie für euch getestet.
Im März 2007 erschien mit der Playstation 3 das letzte Mal eine neue Konsole – lässt man mal die Handhelds PS Vita und den 3DS außen vor. Die lange Zeit des Wartens ist für die Zocker jetzt zu Ende: Mit der Wii U (gesprochen: „Wie Ju“) eröffnet Nintendo den Start der nächsten Konsolen-Generation. Wobei böse Zungen ja auch behaupten, dass Nintendo damit jetzt nur da angekommen sei, wo die Konkurrenz schon seit fünf Jahren ist. Zumindest beim Thema HD-Grafik ist das ja auch vielleicht nicht völlig verkehrt.
Das Konsolengehäuse selber ist ziemlich unscheinbar und sieht aus wie ein etwas größeres externes CD-ROM-Laufwerk. Die Wii U gibt es in zwei Versionen: Das Basic-Pack mit 8 GB Speicher für rund 300 Euro (in weiß) und das Premium-Pack mit 32 GB Speicher, Ladestation für das Pad plus Netzteil und Sensorleiste für etwa 350 Euro. Die Wii U kommt – als erste Konsole von Nintendo – endlich auch mit zeitgemäßer HD-Grafik. Der Prozessor ist etwas langsamer als bei der Konkurrenz, optisch machen die ersten Spiele aber schon einen sehr guten Eindruck.
Der eigentliche Star der neuen Wii U ist aber der neue Controller. Der hat die Ausmaße eines Tablet-PCs und ist randvoll mit Technik. Dazu gehören ein 6,2 Zoll großes Touch-Display, Bewegungssensoren, Mikrofon, Lautsprecher, Kamera und jede Menge Buttons und Sticks. In Spielen gibt’s darauf entweder die Kopie des Fernsehbildes oder auch zusätzliche Spieleinformationen, wie Karten oder alternative Blickwinkel. Außerdem kann es auch zum Surfen, als Videochatstation oder als Fernbedienung für den Fernseher genutzt werden. Trotz seiner Größe liegt es gut in der Hand. Die alten Wii-Controller funktionieren aber auch; insgesamt können zwei neue Gamepads und vier der alten Wii-Fernbedienungen angeschlossen werden.
Die Wii U startet mit 23 Titeln. Ein Großteil davon sind Umsetzungen von Xbox- und PS3-Spielen, wobei erstaunlicherweise die „erwachsenen“ Titel den Ton angeben. Mit dabei sind unter anderem zum Beispiel „Call of Duty; Black Ops 2“, „Batman Arkham City“, „Assassins Creed 3“, „Mass Effect“ oder „Darksiders 2“. Nintendo steuert mit der Spielesammlung „Nintendo Land“ (liegt der 32 GB-Version bei) und „New Super Mario Bros U“ eher die üblichen bunten Verdächtigen bei. Die interessanteste Neuerscheinung speziell für die Wii U ist das Horror-Action-Game „ZombiU“, das großzügig Gebrauch von den Möglichkeiten des Gamepads macht. Die Spiele erscheinen auf speziellen DVDs mit 25 GB Fassungsvermögen. Die Titel der älteren Wii können ebenfalls auf der Wii U gespielt werden.
HD Optik und Spiele auch für den Hardcore-Zocker: Mit der Wii U könnte Nintendo endgültig den Schritt aus der Kiddie-Casual-Ecke schaffen. Die Hardware bringt jedenfalls alle Voraussetzungen mit, und mit dem innovativen Gamepad hat man auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, das neue Spielerlebnisse schaffen kann. Jetzt heißt es abwarten, ob auch die Spiele-Entwickler da mitziehen – und auch, wie weit es ihnen gelingt, die Konsole voll auszureizen; erfahrungsgemäß dauert das einige Zeit. Bleibt die Frage, wer nun aber die Zielgruppe der Wii U sein soll: Die Hardcore-Gamer haben sich längst mit PS3 oder Xbox 360 versorgt und werden kaum - allein wegen des Gamepads – noch einmal 350 Euro ausgeben. Und für Gelegenheitsspieler ist das vielleicht dann doch eine zu große Hausnummer.