SWR3 Gamecheck Raus aus dem Müll!

Antiheld Rufus wohnt auf dem Schrottplaneten Deponia und schmiedet irrwitzige Fluchtpläne - jetzt scheint endlich mal einer zu klappen. SWR3 Gamechecker Matthias Steinwachs liebt die schräge Story.

Deponia - der Name sagt schon alles. Und wirklich gibt’s auf dem Planeten nichts als Müll. Weshalb dessen Bewohner, die in Unterkünften aus Schrott leben, auch hin und wieder Fluchtpläne schmieden. Wie zum Beispiel der Held - oder besser: Antiheld - des Spiels, der Tüftler Rufus, der mit seinen „Erfindungen“ und Plänen eine Gefahr für die Mitmenschen ist. So scheitert dann auch sein neuester Plan, sich per Feuerwerksrakete zu einem Orbitalraumschiff hochzuschießen, dass ihn dann zur gelobten Stadt in den Wolken, nach Elysium bringen soll, ziemlich kläglich. Aber er hat ja noch einen Plan B: Die auf Deponia gestrandete Elysianerin Goal soll seine Fahrkarte nach Elysium sein. Nur dumm, dass sie gerade bewusstlos und er daran nicht schuldlos ist - und dass noch andere denselben Plan haben.

Deponia (Quelle: Daedalic Entertainment)

Ein schlechter Fluchtplan: Per Feuerwerksrakete ins All

So spielt sich’s:

Deponia ist ein Point & Click-Adventure, das sehr komfortabel nur mit der Maus gespielt wird. Darüber werden die (ebenso sinnfreien wie witzigen) Multiple-Choice-Dialoge geführt, die Spielfigur durch die offene Spielewelt manövriert und die immer fairen Rätsel gelöst, bei denen meist aus Schrott irgendwelche abenteuerlichen Gerätschaften gebastelt werden müssen. Dazu kommen noch ein paar Minispielchen und Dialogrätsel - insgesamt eine runde Sache.

So sieht`s aus

Deponia ist zwar ein Schrottplanet, die HD-Grafik ist aber dann alles andere als Müll. Handgezeichnete 2D-Grafiken, schöne Animationen und ein sehr eigenwilliger Stil lassen das Adventure auch optisch glänzen. Dem steht die gute deutsche Vertonung (allen voran Monty Arnold als Rufus) und der Soundtrack (mit einem singenden Erzähler und Hintergrundmusik auf Schrott-Instrumenten) nicht nach.

Fazit:

Schon mit „Edna bricht aus“, „Harveys neue Augen“ und „Whispered World“ hat Daedalic seine Vorliebe für schräge Geschichten und skurrile Figuren bewiesen. Mit „Deponia“ setzen sie noch mal einen drauf. Technisch ist es noch besser als seine Vorgänger, während Rätsel und Story wieder wie aus einem Guss sind - da ist ein Vergleich mit der klassischen Genregröße „Monkey Island“ durchaus angebracht. Wie schön, dass Deponia als Trilogie angelegt ist und noch zwei weitere Teile folgen sollen. Teil eins des Adventures ist am 27.1.2012 für PC erschienen, kostet knapp 30 Euro und ist ab 6 Jahren frei gegeben.