SWR3 Gamecheck Sim City: Die 3D-Auferstehung des Klassikers

Seit 24 Jahren ist Sim City Gamern ein Begriff, jetzt kommt der 5. Teil auf den Markt. Die Grafik ist brandneu, die Spielidee fast unverändert. Lohnt sich der Kauf?

Darum geht´s:

Vor 24 Jahren erschien der erste Teil zur Städtebau-Simulation „Sim City“; in der Zwischenzeit hat sich zwar grafisch eine Menge geändert, spielerisch ist aber (fast) alles beim alten geblieben. So sind wir dann auch im aktuellen Sim City (das der fünfte Teil ist, es aber verschweigt) Bürgermeister, Kämmerer und Stadtplaner in Personalunion. Wir legen Straßen an, planen Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete, sorgen für Energie, Müllabfuhr, Bildung, Freizeitmöglichkeiten und den ÖPNV, lassen Feuer, Luftverschmutzung und Verbrechen bekämpfen und halten die Stadtfinanzen im Auge. Machen wir alles richtig, wächst die Stadt und die Bewohner sind glücklich.

So spielt sich’s:

Der Einstieg ist leicht, vor allem, wenn man im Baukasten-Modus beginnt: Von allem ist genug da, Fehler werden verziehen und das Geld strömt nur so in die Stadtkasse. Der Schwierigkeitsgrad zieht erst später an, wenn beispielsweise Naturkatastrophen ganze Stadtteile in Trümmer legen. Neu ist in dieser Ausgabe, dass wir uns mit Nachbarstädten austauschen können. So verkauft die eine zum Beispiel überschüssigen Strom, während die andere ihre nicht ausgelastete Müllabfuhr rüberschickt. Besagte Nachbarstädte können von anderen Spielern geführt werden, man kann aber auch eine ganze Region mit mehreren Städten alleine führen. Nicht so schön ist, dass die Städte selber arg klein sind, da will einfach kein Metropolengefühl aufkommen.   

So sieht`s aus:

Die 3D-Optik macht die Stadt lebendig. Vor allem nachts sieht das mit den guten Lichteffekten großartig aus, aber auch tagsüber zoomt man gern mal näher ran, um den einzelnen Bewohnern in den Vorgarten zu schielen oder das geschäftige Wuseln auf den Straßen genauer zu beobachten. Die Idee aber, statt Sprachausgabe das Simlish-Gebrabbel der „Sims“ zu bringen, sortieren wir unter N wie „nervig“ ein. Dann schon lieber nur Texte. Dafür sind dann zumindest aber die Soundeffekte ok und die unaufdringliche Fahrstuhlmusik nicht weiter störend. 

Fazit:

Sim City hat noch eine Menge Baustellen: Rettungsfahrzeuge machen alles Mögliche, aber retten nicht, der Berater mahnt die Erschließung neuer Wohnflächen an, obwohl wir schon lange den letzten Quadratmeter Land zugebaut haben und die Fabriken suchen Arbeiter, obwohl Tausende der Bewohner laut Statistik nichts tun. Und trotzdem packt einen schnell wieder die alte Sim City-Leidenschaft. Dann wird gebastelt, gebaut, entworfen und an allen nur möglichen Stellschrauben der Stadtentwicklung gedreht, um die perfekte Metropole zu entwerfen. Was inzwischen auch ganz stressfrei geht, da die anfänglichen massiven Serverprobleme nun unter Kontrolle sind. „Sim City“ gibt es für etwa 55 bis 60 Euro für den PC und ist ab 6 Jahren frei gegeben. Ohne eine ständige Internetverbindung läuft das Spiel aber nicht.