Neue Features, fiese Monster – Torchlight II. Das neue Game übernimmt Charme und Action des Vorgängers und erweitert dessen Welt mit neuen Gebieten und Features. Torchlight sägt kräftig am Thron des Branchenkönigs Diablo 3.
Niemand erwartet bei einem Action-Rollenspiel der Marke „Hack & Slay“ eine besonders epische Story. Die ist dann im vorliegenden Fall auch ebenso dünn wie belanglos: Ein finstrer Alchimist zieht mit dem mächtigen Herz eines in Teil 1 erlegten Drachen durchs Land, um die „Wächter der Elemente“ zu töten und für Chaos zu sorgen. Interessiert aber eigentlich niemanden, solange unser Held nur irgendeinen einigermaßen guten Grund hat, im Sekundentakt Monster und Untote zu zerlegen.
Der Mensch an sich ist ja in seinem tiefsten Innern ein einfach gestricktes Wesen und noch immer irgendwo ein Jäger und Sammler. Weshalb dann auch das klassische Spielprinzip eines Hack & Slay so wunderbar funktioniert: Der Held tötet Monster, die wiederum Rüstungsteile, Waffen, Zaubersprüche und Gold verlieren. Damit wird dann die Ausrüstung des Helden verbessert, auf dass er noch mächtigere Monster töten kann. Und so weiter. Torchlight 2 gestaltet das aber recht abwechslungsreich und komfortabel: Bei den schweren Bosskämpfen ist durchaus Taktik gefragt, das Hochleveln des Helden ist ebenso simpel wie vielfältig und unser Haustier kämpft mit und kann zum nächsten Händler geschickt werden, um Überflüssiges zu verhökern.
Torchlight ist ein Low Budget-Produkt. Und macht dafür mit seinem bunten Comiclook, den bunten Landschaften und finsteren Verliesen eigentlich einen recht guten Eindruck. Gut, die Zwischenfilmchen sehen eher nach „Animation für Dummys“ aus, aber das macht das Game eigentlich nur noch sympathischer. Der Soundtrack und die englische Sprachausgabe sind sogar richtig professionell, allein die deutschen Sprecher klingen ab und zu ein wenig nach Vorlese-Wettbewerb.
Torchlight 2 erfindet das Genre zwar nicht neu, macht dafür aber vieles richtig – und das zu einem unschlagbaren Preis. Der Köder aus Kämpfen und Sammeln funktioniert ganz wunderbar (wie auch die Kämpfe selber), es gibt einen Koop-Multiplayer für bis zu sechs Spieler, die Landschaften und Dungeons werden bei jedem Durchspielen wieder neu zufällig geschaffen, wobei ich beim erneuten Durchspielen sogar meinen mühsam hochgelevelten Helden weiter einsetzen darf.