Datenwolke Wie sicher sind meine Daten in der Cloud?

„Dropbox“ hat bereits 50 Millionen Nutzer, die iCloud von Apple 150 Millionen. Immer mehr Handy-Kontaktdaten werden mit einer Cloud synchronisiert. Allerdings lesen viele die sogenannten Endnutzervereinbarungen nicht durch. Und genau das kritisiert jetzt ausgerechnet der Apple-Mitbegründer Steve Wozniak: Er sieht in den kommenden Jahren „furchtbare Probleme“ durch das Cloud-Computing auf uns zukommen. Technik- und Apple-Kenner Ralph Günther aus dem SWR3-Team: Was für Probleme?

Achtung vor Kontrollverlust

Steve Wozniak warnt vor Allem davor, dass wir uns schnell an die Cloud-Dienste – die Festplatten im Internet – gewöhnen und uns keine Gedanken mehr darüber machen, wo überall unsere Texte, Fotos oder Videos liegen. Je mehr in der Cloud ist, desto weniger Kontrolle haben wir darüber und desto kleiner ist das Gefühl dafür, was uns von den Daten noch gehört und was nicht.

Nutzungsbedingungen durchlesen

Es ist zwar so, dass die Cloud-Dienste wie zum Beispiel „Google Drive“, „Apple-iCloud“, „Dropbox“ oder Microsoft „SkyDrive“ in ihre Nutzungsbedingungen reinschreiben, dass die geistigen Rechte aller hochgeladenen Sachen beim Nutzer bleiben, aber diese Nutzungsbedingungen können erstens unterschiedlich interpretiert werden und zweitens können sie sich auch ändern. Und sind wir mal ehrlich: Wer von uns hat sich bei der Anmeldung zu so einem Dienst diesen langen juristischen Text überhaupt mal durchgelesen?

Wie die Cloud richtig nutzen?

Ralph's Tipp:

  • Nur die Sachen hochladen, die ich weltweit gerne immer und überall an jedem beliebigen Rechner haben möchte. Ein paar Videos, ein paar Texte, die ich weiterschreiben will, meine To-Do-Liste und meinen kompletten Kalender, alle Kontakte, mal ein paar Urlaubsfotos, die ich mit den Freunden teile.
  • Wirklich sensible Daten wie Verträge, Steuer-Dokumente, sehr private Fotos nur zu Hause auf dem Rechner und zusätzlich auf externen Festplatten sichern.

Das solltet ihr bei den Nutzungsbedingungen lesen

Der entscheidende Abschnitt in den Nutzungsbedingungen ist der, bei dem steht: „Ihre Rechte“ oder „Lizenz von Ihnen“. Wer sich bezüglich seiner Daten unsicher ist, sollte den mal durchlesen. Da steht bei allen Cloud-Diensten, die wir durchgecheckt haben, ungefähr das Gleiche drin. Hier die positiven Passagen:

  • Apple iCloud
    Apple hat kein Eigentum an den Materialien und/oder den Inhalten, die Sie über den Dienst einreichen oder im Dienst bereitstellen.
  • Google Drive
    Sie bleiben im Besitz aller intellektuellen Eigentumsrechte, die Sie an den Inhalten besitzen.
  • SkyDrive
    Dein Content bleibt auch Dein Content. Wir werden ihn weder kontrollieren, verifizieren oder einschränken.
  • Dropbox
    Du behältst die vollen Rechte an Deinen Dingen.

Allerdings schreibt Google zum Beispiel auch, dass jeder, der Inhalte auf „Google Drive“ hochlädt, dem Konzern eine weltweite Lizenz einräumt für die Nutzung, Speicherung, Reproduktion, Modifikation, … –und auch die öffentliche Aufführung und Verteilung der Daten. Google sagt diese Lizenz brauchen sie, damit man Inhalte auch teilen kann. Also wenn ihr zum Beispiel ein Foto in eurer Cloud habt und einem Freund einen Link zu dem Foto schickt nach dem Motto: Ralph, guck Dir das mal an…– für diese Fälle steht eben dieser Passus in den Nutzungsbedingungen.

Ein Tipp zum Schluss

Bei verschiedenen Cloud-Tests haben Deutsche Cloud-Anbieter wie die „Strato HiDrive“ oder die „TelekomCloud“ immer sehr gut abgeschnitten, weil deren Server auf Deutschem Boden stehen und damit unseren relativ strengen Gesetzen unterliegen.