SWR3 Kino-Tipp 2012

„Nicht kleckern, sondern klotzen“, muss sich Regisseur Roland Emmerich bei seinem Katastrophenfilm gedacht haben: Noch nie war so viel Naturgewalt zu sehen. Es geht um dem Weltuntergang im Jahr 2012, wie es die Maya vorhergesagt haben. Jo Müller erzählt, warum ihm das Spektakel so gut gefällt.

Der Film soll über 200 Millionen Dollar gekostet haben. Und er wurde gedreht von einem Schwaben: Roland Emmerich. Nach „Independence Day“, „Godzilla“ oder „The Day After Tomorrow“ wieder ein aufwändigen Katastrophenfilm. Es geht um nichts Geringeres als den Weltuntergang. Mit dabei sind John Cusack und Woody Harrelson.

Geballte Ladung an Katastrophen

Es erwartet einen der bislang spektakulärste Blockbuster in diesem Jahr. Ein Desaster-Film, der rekordverdächtig ist: eine solche geballte Ladung an Katastrophen war noch nie in einem einzigen Film zu sehen. Und vor allem nicht tricktechnisch so perfekt. Wenn 2012 die Erde untergeht, wie der Film es schildert, dann aber so richtig: Mit Wirbelstürmen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben und einer alles verschlingenden Sintflut. Die Bilder, die Emmerich da auf die Leinwand bringt, hauen einen um: Beispielsweise wenn man sieht, wie Kalifornien im Meer versinkt. Und übrigens: Kurz bevor das passiert, hat der Gouverneur von Kalifornien seinen Bürgern versichert, dass absolut nichts passieren wird. Emmerichs Humor ist teilweise ganz schön subversiv. Sein neuester Film ist Weltuntergangs-Spektakel und Science-Fiction-Thriller in einem. Spektakulär, spannend und absolut sehenswert.

Die Regierungen wissen vom Untergang, die Bevölkerung nicht

Es kracht und knallt, dass einem Hören und Sehen vergeht: Der Petersdom stürzt ein, der Yellowstone-Park verwandelt sich in eine Flammenhölle, Kalifornien versinkt im Meer: Roland Emmerich hat mit „2012“ die Summe aller Katastrophenfilme gedreht. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und eine Sintflut – alles ist drin! Tricktechnisch eins A in Szene gesetzt: Wenn der größte Flugzeugträger der Welt auf das Weiße Haus kracht oder ein Kleinflugzeug zwischen zusammenstürzenden Wolkenkratzern hindurchfliegt, dann sind das Desaster-Bilder, die keiner so schnell vergessen dürfte. „2012“ ist aber nicht nur Katastrophenfilm, sondern auch Science-Fiction-Thriller. Es stellt sich nämlich heraus, dass die Regierungen der Welt schon lange von dem Untergang wussten und heimlich Pläne geschmiedet haben, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Der Öffentlichkeit haben sie darüber natürlich nichts gesagt. Emmerichs neuester Streich ist ein zweieinhalbstündiges Weltuntergangs-Epos, das es in sich hat. Ich habe mich bestens unterhalten.

Jo Müller: „2012“ ist Emmerichs bester Film

Nicht nur die Tricks sind phantastisch, auch die Story ist nicht ohne. Emmerich hat sich von den Weltuntergangs-Prophezeihungen der Maya inspirieren lassen. Außerdem orientiert sich der Film an einer obskuren wissenschaftlichen Theorie, die davon ausgeht, dass die Sonnenstrahlung in den nächsten Jahren so stark wird, dass das Erdinnere schmilzt und fürchterliche Katastrophen die Folge sind. In der ersten Hälfte zeigt Emmerich, tricktechnisch perfekt, wie Erdbeben, Vulkanausbrüche und Sturmfluten alles zerstören. In der zweiten wird geschildert, wie die Reichen und Mächtigen dieser Welt versuchen, sich zu retten und einige Normalbürger hinter diesen geheimen Plan kommen. Das ist wirklich spannend. Überzeugend auch die Schauspieler: John Cusack oder Woody Harrelson zeigen gute Leistungen in einem Desasterfilm, der neue Maßstäbe setzen dürfte. Ein Popcornfilm, der Spaß macht und zum Nachdenken anregt.

TV-Tipp: Emmerichs Leben hinter der Kamera

Jo Müller kennt Roland Emmerich schon seit vielen Jahren persönlich und hatte exklusiven Zugang zu den Dreharbeiten von „2012“. Für die TV-Reihe „Mein Leben“ bei ARTE hat Jo ein Portrait über den schwäbischen Regisseur in Hollywood gemacht.

Sendetermin: Samstag, 14.11.2009 um 17:20 Uhr bei ARTE.

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt ansehen:

Die Details

Filmplakat: 2012 (Quelle: Sony Pictures)

Kinoplakat zu Roland Emmerichs 2012

Original-Title:
2012
Genre:
Action
FSK:
ab 12 Jahren
Länge:
158 Minuten
Kinostart:
12.11.2009
SWR3-Bewertung: