Lange haben wir nichts mehr von ihnen gehört: In „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ geht das Kult-Agenten-Duo Scully und Mulder wieder auf Jagd nach übersinnlichen Phänomenen. SWR3-Kinomän Jo Müller verrät, was euch im zweiten Kino-Abenteuer von Mulder und Scully erwartet.
Mysteriös wie bei allen X-Akten ist auch der neue Fall: Es geht um eine verschwundene FBI-Agentin und einen zwielichtigen Priester, der übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Er kann den anderen FBI-Agenten durch seine Visionen wertvolle Hinweise geben. Aber natürlich glaubt ihm niemand – außer Agent Mulder, natürlich.
Als echter Akte-X-Fan habe ich mich wirklich gefreut, ein neues Abenteuer mit Mulder und Scully zu erleben. Die beiden Darsteller Gillian Anderson und David Duchovny sind zweifelsohne immer noch eine Idealbesetzung. Aber das Geheimnis, das sie hier aufklären müssen, hat mich doch ziemlich enttäuscht. Früher ging’s um globale Alien-Verschwörungen. Jetzt geht’s um ein paar kriminelle Russen auf den Spuren von Doktor Frankenstein. Die Story, die sich Akte-X-Erfinder Chris Carter – der auch Regie führte – ausgedacht hat, wirkt wirklich x-beliebig: Sie taugt vielleicht als Doppel-Episode im Fernsehen, aber für die Kinoleinwand ist das etwas zu wenig.
Immerhin: Im Gegensatz zum ersten Kinofilm, bei dem nur wirklich echte Akte-X-Kenner durchblicken konnten, ist es diesmal für Neueinsteiger kein Problem, der Handlung zu folgen. Es gibt zwar ein paar kleine Anspielungen und ein paar Kurzauftritte von alten Bekannten der Serie, aber für das Verständnis sind die eher unwichtig.
Das ganze Geheimhaltungs-Bohei im Vorfeld des Films hat sich jedenfalls nicht gelohnt, diese Masche ist nichts als ein Werbetrick. Meine Erfahrung ist: Je größer die Heimlichtuerei vor einem Film, desto schwächer die Story. Das ist bei der Akte leider nicht anders.