Fliegende Drachen wie zum Anfassen und 3D-Tricks vom Feinsten: James Camerons Filmspektakel „Avatar“ arbeitet mit einer völlig neuen Technik. Aber mit einem klassischen Story-Konzept.
12 Jahre nach „Titanic“ kommt von James Cameron wieder ein spektakulärer Spielfilm. Gedreht wurde in einer völlig neuen Technologie. Mit Schauspielern, deren Spiel von Computern erfasst wurde und einem hypermodernen Kamerasystem, das dreidimensional aufnimmt. Jo Müller hat sich dieses 3-D-Spektakel angeguckt.
Ich finde: Der Film ist ein Meilenstein. So perfekte 3D-Tricks und so brillante visuelle Effekte, habe ich eigentlich noch nie gesehen. James Cameron zaubert hier eine völlig fremde Welt auf die Leinwand, die in sich absolut glaubwürdig ist. Dabei gelingen ihm nicht nur atemberaubende Actionszenen und Verfolgungsjagden – Er erzählt auch eine wirklich packende Geschichte.
Die Story handelt von einem querschnittsgelähmten Ex-Marine, der auf einen fremden Planeten gebracht wird. Während er schläft, wird mit Hilfe einer speziellen Technologie sein Geist in den Körper eines bläulich schimmernden Aliens übertragen. Zuerst spioniert er die außerirdischen Bewohner aus, dann freundet er sich mit ihnen an und hilft ihnen schließlich im Kampf gegen die menschlichen Eroberer. Fast drei Stunden lang ist dieses gewaltige Kino-Epos. Mit grandiosen Schlachtenszenen, in denen Aliens auf fliegenden Drachen gegen menschliche High-Tech-Roboter und Fluggeräte antreten: Pfeil und Bogen gegen Raketenwerfer.
Das Zentrum der Story ist aber, genau wie bei „Titanic“, eine Liebesgeschichte. Der Ex-Marine verliebt sich in ein Alienmädchen. Und das ist das Geniale an James Cameron: Er schafft es sogar, eine Knutschszene zwischen den Außerirdischen so zu inszenieren, dass sie den Zuschauer tatsächlich emotional bewegt.
Unglaublich! „Avatar“ präsentiert eine uralte, klassische Story – erzählt mit den allermodernsten Mitteln des Kinos. Eine Art „Herr der Ringe“ für Science-Fiction-Fans. Der Film hat sogar Tiefgang, denn er sagt einiges über das momentane Zeitgefühl aus. Das Kino von morgen – so könnte es aussehen. Wer diesen Film nicht kennt, der hat was verpennt.