SWR3 Kino-Tipp Blinde Side

Vom Niemand zum Superstar: Ein obdachloser Junge wird von einer reichen Familie aufgenommen und beginnt ein neues Leben. Den Oscar hat Hauptdarstellerin Sandra Bullock für diesen Film zu unrecht bekommen, findet SWR3-Kinomän Jo Müller. 

Die Story von Blind Side ist einfach konstruiert: Sandra Bullock  verkörpert eine anfangs snobistische und resolute Innenarchitektin, die mit ihrer Familie ein fettes Luxusleben genießt. Eigentlich kümmert sie sich nur um schicke Designs, teure Möbel und modische Outfits. Doch eines Tages entdeckt sie auf der Schule ihrer Kinder einen riesigen afroamerikanischen Jungen, Big Mike genannt. Der rührt ihr Herz, weil er obdachlos und geistig zurückgeblieben ist. Aus der Luxusschnepfe wird flugs eine Hobby-Sozialhelferin: Sandra Bullock nimmt Big Mike mit nach Hause und macht ihn zum neuen Familienmitglied. In der Schule spielt Big Mike Football und entwickelt sich zum großen Football-Star. Ganz nach dem Motto: Jeder kann es schaffen, wenn er will.

Nicht wirklich prickelnd

Das Sozialdrama von Regisseur John Lee Hancock beruht auf einer wahren Geschichte. Allerdings: Die Gutmensch-Dichte in diesem Film ist viel zu hoch. Sandra Bullock spielt ganz ok, aber nicht wirklich prickelnd. Viel zu oft setzt sie die fromme Leidensmine auf. Den Oscar hat sie bestimmt nur bekommen, weil sie normalerweise in Komödien zu sehen ist und eher selten ins dramatische Fach wechselt. Blind Side hätte eher einen Oscar verdient für den höchsten Schmalzfaktor des Jahres.  

Fazit: Zu lange, zu rührselig, zu tränenreich. 

Die Details

Filmplakat: Blinde Side (Quelle: Warner)

Blind Side: Rührselig und tränenreich

Genre:
Drama
FSK:
ab 6 Jahren
Länge:
128 Minuten
Kinostart:
25.03.2010
SWR3-Bewertung: