„Der Vorleser“ ist die Verfilmung des Bestsellers von Bernhard Schlink. Mit dabei ist Kate Winslet, die für ihre Leistung mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. An ihrer Seite der deutsche Shooting-Star David Kross und viele weitere deutsche Stars wie Bruno Ganz, Jeanette Hain und Susanne Lothar.
Es ist ein Film über den sich heftig streiten lässt. Wie im Buch geht es auch in der Kinoversion um Tabu-Themen: etwa um die Liebe eines 15-jährigen Schülers zu einer über doppelt so alten Frau. Die Geschichte spielt in den 50er Jahren – die beiden treffen sich und beginnen eine heftige Affäre. Die so plötzlich endet, wie sie begonnen hat. Dann sieht der Schüler seine große Liebe Jahre später wieder – und zwar auf der Anklagebank bei einem Kriegsverbrecher-Prozess. Die Story bietet viel dramatisches Potential und traut sich schwierige Themen anzuschneiden. Auch Kate Winslet – zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet – und der junge David Kross zeigen überzeugende Schauspielerleistungen. Aber: Die Rahmenhandlung , in der Ralph Fiennes den erwachsenen Schüler spielt, der auf sein Leben zurückblickt, ist nur schwer erträglich. Fiennes permanente Trauermiene nervt ungemein, zudem versinkt vieles auf dieser Handlungsebene in melodramatischem Kitsch. Bei den ernsthaften Themen, die hier behandelt werden, sollte das aber nicht sein. Also: Ich finde ein sehr zwiespältiger Film. Der aber immerhin viel Stoff für hitzige Diskussionen bietet.