SWR3 Kino-Tipp Eclipse – Biss zum Abendrot

Endlich, endlich: Liebesdurstige Vampire treiben wieder ihr Unwesen im Kino: „Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“, der dritte Teil von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga läuft in den deutschen Kinos an. Jo Müller hat sich diesen ganz speziellen Vampirfilm schonmal angeguckt. Taugt er was?

Mann, das waren noch herrliche Zeiten, als Vampire richtig böse sein durften, spitze Zähne hatten und diese lustvoll in die Hälse schöner Frauen bohrten. In diesem Film tun die Vampire vor allem eins: Sie labern…– und zwar ununterbrochen. Es ist kaum auszuhalten. Und immer wenn in den endlos wirkenden Dialogszenen gequasselt und salbadert wird, gibt's auf dem Soundtrack entweder hoch-dramatisches Geigengefiedel, damit auch wirklich jeder mitkriegt, dass es gerade um GROßE GEFÜHLE geht. Wahlweise erklingt austauschbares Popgedudel.

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Von Süßholzgeraspel und hyperkeuscher Liebe

Und selbstverständlich geht es in den meisten Gesprächen zwischen Vampir und Mensch um die Liebe. Die große, hyperkeusche Liebe zwischen Bella und Edward. Dessen erste Worte in diesem Film sind, ausgesprochen während er mit Bella in einer Blumenweise fläzt: „Heirate mich“. Und das ist erst der Anfang: Was der Kerl an Süßholz raspelt –man möchte schreiend aus dem Kino rennen. Vor allem weil das zwei Stunden lang so geht und der Typ nicht zu Potte kommt. Als er und Bella alleine sind, bei ihm zu Hause im Bett liegen und sie ihm ziemlich klar zu verstehen gibt, auf was sie gerade so richtig Lust hätte: da macht er auf Moralist, schüttelt den Kopf und erklärt ihr, dass vor der Ehe sowas Schmutziges nicht gemacht wird. Spätestens da hab ich mir dann ganz, ganz stark gewünscht, dass endlich der gute alte Van Helsing auftritt und diesen ewig schmachtenden Jammerlappen-Vampir pfählt. Damit diese Blutsauger-Memme endlich Ruhe gibt.

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Konkurrenz für Dracula?

Jedenfalls: Mit dieser schauspielerischen Begabung kann Robert Pattinson wirklich nur Untote spielen. Was passiert sonst in dem Film? Irgendwelche miserabel computeranimierten Werwölfe schlappen herum, einer von ihnen gesteht Bella seine Liebe. Dann tauchen auch noch schlecht gelaunte Jungvampire auf und eine alte Blutsauger-Lady, der es nach Rache gelüstet. Der Showdown ist an Lächerlichkeit kaum zu toppen. Solche ultraschlappen Vampir-Nachkommen hat Dracula definitiv nicht verdient.

Die Details

Filmplakat: Eclipse – Biss zum Abendrot (Quelle: Concorde Filmverleih)

Filmplakat: Eclipse – Biss zum Abendrot

Original-Title:
Twilight: Eclipse
Genre:
Fantasy
FSK:
ab 12 Jahren
Länge:
124 Minuten
Land/Jahr:
USA/2010
Kinostart:
15.07.2010
SWR3-Bewertung: