SWR3 Kino-Tipp Mary & Max 2

Dieser Trickfilm wurde mit Knetmasse gemacht, ähnlich wie„Wallace and Gromit“. Er ist intelligent, herzergreifend und wahnsinnig wie das Leben selbst. Ein echter Geheimtipp findet SWR3-Kinomän Jo Müller.

Dieser Film ist so toll, weil er nicht nur von der Machart her einzigartig ist. Auch Story und Charaktere sind absolut ungewöhnlich. Die Knetfiguren dieses Films wirken überzeugender als viele Hollywoodstars.

Außenseiterin schreibt Briefe an Unbekannte

Erzählt wird die Geschichte der achtjährigen Mary Daisy Dinkle aus Australien. Der Vater arbeitet in einer Teebeutelfabrik und stopft in seiner Freizeit Tiere aus. Die Mutter befindet sich meist im Sherry-Rausch oder versucht sich als Ladendiebin. Und weil Mary auch noch ein fürchterlich hässliches Muttermal auf der Stirn hat, wird sie von allen gehänselt. Doch dann kommt die arme Außenseiterin auf die Idee, wahllos aus einem US-Telefonbuch einen Namen auszuwählen und dem Unbekannten zu schreiben, weil sie sich mit niemand sonst unterhalten kann.

Der Beginn einer wundervollen Brieffreundschaft mit einem 44jährigen, schokoladesüchtigen New Yorker Autisten namens Max Jerry Horowitz , der allein in seiner Wohnung haust ohne je menschlichen Kontakt zu haben. Klingt extrem skurril und ist es auch. Allerdings: Die Story lässt sich eigentlich gar nicht richtig nacherzählen.

Schrullige Figuren und makabrer Humor

Der Reiz liegt in den vielen kleinen Geschichten innerhalb der Geschichte, den unzähligen schräg-schrulligen Nebenfiguren und den wahnwitzigen Fragen, die beantwortet werden: Z. Bsp. will Mary von Max wissen, ob amerikanische Babys aus Coladosen stammen oder wie in ihrer Heimat Australien aus Bierkrügen. Antwort von Max: „Amerikanische Babys entschlüpfen Eiern, die je nach Religionszugehörigkeit von Nonnen, Rabbis oder Prostituierten ausgebrütet werden.

Ein Film voller exzentrischem, makabrem und auch bösem Humor. Manchmal unglaublich komisch, manchmal todtraurig. Aber auch wenn es um das Leben zweier totaler Außenseiter geht, keine Angst: Der Film macht echt Spaß. Weil er intelligent, herzergreifend und so wahnsinnig ist wie das Leben selbst. Ein echter Geheimtipp: „Mary und Max“.

Die Details

Filmplakat: Mary & Max (Quelle: SWR3.de)
 
Original-Title:
Mary und Max
FSK:
ab 16 Jahren
Länge:
92 Minuten
Kinostart:
26.08.2010
SWR3-Bewertung: