Kino-Tipps Mulholland Drive

Regisseur David Lynch ist ein Meister mysteriöser Bilder und geheimnisvoller Geschichten. Er lässt immer Raum für die Phantasie des Zuschauers und verweigert sich Erklärungen. Auch sein neuester Streich steckt voller Rätsel. „Mullholland Drive“ beginnt mit einem Autofunfall, bei dem eine dunkelhaarige Frau das Gedächtnis verliert. Die freundet sich mit der blonden Landpomeranze Betty an, die frisch nach Los Angeles gekommen ist und von einer Filmkarriere träumt. Gemeinsam versuchen sie herauszukriegen, was genau passiert ist. Wie in den meisten Lynch-Filmen gibt's aber auch hier nicht nur eine, sondern viele Stories, die kunstvoll ineinander verwoben sind. So wird z.B. auch die Geschichte eines Hollywood-Regisseurs erzählt, der rausgeschmissen wird, weil er gegen seine Geldgeber aufmuckt. Und Lynch-typisch: Irgendwann tauchen dunkle, böse Gestalten auf, wie z.B. der Cowboy: Ein kleiner Wicht mit großem Hut, der dem entlassen Filmemacher einen höllischen Schrecken einjagt. Nach zwei Dritteln der Handlung gerät plötzlich alles aus den Fugen: Eine dunkle Box taucht auf und wirbelt sämtliche Handlungsstränge und Charaktere durcheinander. Die Figuren nehmen neue Identitäten an. Klingt verwirrend! Ist es auch. David Lynch will eben den Zuschauer in eine rätselhafte, surreale und magische Welt entführen, in der nichts mehr nach den Gesetzen der Logik funktioniert. Im Grunde könnte alles, was er zeigt, auch ein Traum sein. Lynch liebt eben ungewöhnliche Ideen. „Mullholland Drive“ wirkt wie ein Mischung aus Lynchs Kinohit „Blue Velvet“ und seiner TV-Kultserie „Twin Peaks“. Erotisch, makaber und schräg. Mir hat dieser Leinwand-Trip mit seinen unheimlichen, faszinierenden Bildern, seinen düsteren Nachtlandschaften und seinen verrückten Figuren und Situationen sehr gut gefallen. Auch wenn ich ihn nicht verstanden habe. Das muss man bei David Lynch auch nicht. Etwas für Kinogucker, die's gern abstrus mögen - „Mullholland Drive“