Kino-Tipps My Blueberry Nights

In „My Blueberry Nights“ versucht sich Sängerin Norah Jones als Schauspielerin – und sie schlägt sich recht wacker. Vor allem lässt sie sich nicht von Leinwandpartner Jude Law an die Wand spielen, und das erfordert schon einiges an Können.

Wie in den anderen Filmen von Regisseur Wong Kar Wai geht's auch hier um Lust und Frust der Liebe. Die Geschichte beginnt mit dem Ende einer Beziehung. Eine junge Frau (gespielt von Norah Jones) hat herausgefunden, dass ihr Freund fremd geht und taucht im Café von Jeremy (Jude Law) auf. Besitzer und Kundin kommen sich näher, sie philosophieren über die Macht der Gefühle, die Haltbarkeit von Beziehungen – und es knistert an allen Enden. Aber plötzlich ist die Schöne weg. Sie reist durch die USA, über Memphis, Nevada, bis nach Las Vegas. Dort begegnet sie Menschen, deren Gefühltristesse ihre eigene noch weit übersteigt.

Wie bei jedem guten Film wird auch hier die äußere Reise zu einer inneren. Was den Film so außergewöhnlich macht, ist eine ganz eigene, hoch stilisierte Bildersprache. Die Dialoge werden zum Beispiel durch Glasscheiben gefilmt, auf denen sich die Lichter der nächtlichen Stadt reflektieren. Das wirkt absolut märchenhaft. Auch andere alltägliche Gesten und Dinge werden so in magische Momente verwandelt.

Unterstützt wird die traumartige Atmosphäre durch den wundervollen Soundtrack mit Soul-, Blues- und Jazzstücken von Norah Jones, Cat Power und Ry Cooder. Der Film ist eine poetische Liebesballade für Leute, die was fürs Herz brauchen und melancholische Kino-Romanzen mögen.

Die Details

Filmplakat My Blueberry Nights (Quelle: Prokino)

Filmplakat „My Blueberry Nights“

Original-Title:
My Blueberry Nights
Genre:
Liebesfilm
FSK:
ab 6 Jahren
Länge:
1:51 Minuten
Kinostart:
24.01.2008
SWR3-Bewertung: