Kino-Tipps The Dark Knight

Er gilt schon jetzt als einer der größten Kassenrenner aller Zeiten, der neue Batman-Film: „The Dark Knight“. Kinoman Jo Müller hat ihn gesehen und ist begeistert.

Dass dieser Film in den USA alle Rekorde brach, hängt vielleicht auch damit zusammenhängen, dass es der letzte Film von Heath Ledger war. Er verstarb im Januar unter mysteriösen Umständen. Heath Ledger spielt in diesem Film den Bösewicht Joker.

Psychopath mit rabenschwarzer Seele

Wem dieser Joker keine Angst macht, der muss tot sein. Heath Ledger in der Rolle des fiesesten aller Batman-Schurken hat Alptraumqualitäten. Vor ihm würde selbst Hannibal The Cannibal Reißaus nehmen. Heath Ledger spielt ihn mit einer Intensität die Gänsehaut erzeugt. Wie er ständig eklig schmatzend über seine zerfetzten Lippen leckt, das brennt sich ins Gedächtnis ein. Während Jack Nicholson im Batman-Film der 80er den Joker als durchgeknallten Kicherclown spielte, portraitiert ihn Heath Ledger als mörderischen Psychopathen mit rabenschwarzer Seele. Als Wahnsinnigen, der Spaß am Bösen und Freude an der Vernichtung hat. Selbst die Mafiosi, denen er seine Zusammenarbeit anbietet, um Batman zu vernichten, bringt er zum Zittern. Jedenfalls: Wenn Heath Ledger dafür nicht posthum den Oscar kriegt, sollte die amerikanische Filmakademie geschlossen werden. Was für ein unglaubliches Vermächtnis: Mit der Darstellung des Jokers ist ihm einer der Furcht erregendsten Bösewichte der Filmgeschichte gelungen.

Düster, komplex, böse und nihilistisch

Der ganze Film ist ein Meisterstück. Für mich einer der besten Film des Jahres und eine der ungewöhnlichsten Comic-Verfilmungen überhaupt. Der Film ist so düster, komplex, böse und nihilistisch, dass einem schwindlig wird und setzt wirklich neue Maßstäbe für Comic-Adaptionen. Regisseur Christopher Nolan hat hier ein Filmepos inszeniert, das einerseits grandioses Überwältigungskino bietet, mit sensationell-realistischen Actionszenen und Effekten. Darüber hinaus aber auch sehr viel Stoff zum Nachdenken. Er beleuchtet auf intelligente, kritische Weise das Amerika von heute und die Welt der Gegenwart.

Superheld nicht immer super

Zum Beispiel wird auch die Rolle des Superhelden kritisch hinterfragt und manchmal wird er als gar nicht so super dargestellt. In einer Szene schlägt Batman im Verhörzimmer seinen Kontrahenten vor den Augen der Polizei brutal zusammen oder startet einen großen Lauschangriff auf die ganze Nation, um den entflohenen Joker aufzustöbern. Da ist selbst sein treuer Mentor nicht mehr mit einverstanden und meint: „So viel Macht sollte kein einzelner Mensch haben“. Diese zweieinhalbstündige Mammutproduktion steckt voller irrer Ideen und wahnwitziger Bilder. Allein der hinterhältige Banküberfall zu Beginn dürfte Filmgeschichte schreiben. Der Film ist gnadenlos kompromisslos, erschreckend realistisch und voller böser Überraschungen. Auch das Ende wartet mit einigen unbeschreiblich fiesen Wendungen auf – die ich so jedenfalls noch nie in einer Comicverfilmung gesehen habe. Für mich ein Meilenstein des Event-Kinos und unbedingt auch geeignet für Leute, die sonst keine Comic-Filme gucken. Der neue Batman ist eine Sensation.

Die Details

Filmplakat: The Dark Knight (Quelle: Warner)
 
Original-Title:
The Dark Knight
Genre:
Action
FSK:
ab 16 Jahren
Kinostart:
21.08.2008
SWR3-Bewertung: