Der neueste Bully-Film ist eigentlich gar keiner: „Wickie und die starken Männer“ war als Zeichentrick Kult in den 70ern, im Kino ist es aber Quatsch – meint SWR3-Kinomän Jo Müller.
„Wickie und die starken Männer“ ist kein typischer Bully-Streich à la „Der Schuh des Manitou“ oder „Traumschiff Surprise“. Es ist keine schrille Komödie, sondern ein weichgespülter Familienfilm. Die Gags sind manchmal brav, manchmal kindisch. Und sie haben alle eines gemeinsam: Sie zünden nicht.
Da können die Hauptdarsteller als intelligenzfreie Wikinger noch so mit den Augen rollen: Witziger wird’s dadurch nicht. Die einzige komische Figur ist der spanische Edel-Chronist Congaz, gespielt von Bully selbst. Die Rolle hat er für seine Fans reingeschrieben. Für die Story ist der Kerl aber eigentlich völlig unwichtig.
Oh, ja, genau: eine Story soll's ja auch geben. Aber ich habe sie leider nicht gefunden, sondern nur das dramaturgische Flickwerk für ein paar lahme Sketche. Über diese Sketche können vielleicht Kinogucker lachen, die das sechste Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Der Rest aber dürfte sich über diesen lieblos heruntergekurbelten Kinderkram wohl kaum amüsieren.
So schlecht und unlustig war Bully noch nie: Gut, dass es im Kino nur Popcorn zu kaufen gibt – und keine faulen Tomaten.