Ridley Scott drehte mit „Alien“ einen der größten Science-Fiction-Klassiker. Jetzt, nach über 30 Jahren, erzählt er mit „Prometheus“ die Vorgeschichte dazu. Ob der Film die hohen Erwartungen erfüllt, erfahrt ihr hier.
Die legendären Monster aus „Alien“ spielen in dem Film nicht mit. Es gibt nur eine einzige kurze Szene, in der Ridley Scott so ein Vieh auftreten lässt.
Ansonsten geht es um andere außerirdische Lebensformen. Unter anderem eine, die uns Menschen geschaffen haben soll. Wissenschaftler finden auf der Erde bestimmte Zeichen, die darauf hindeuten, dass unser Ursprung irgendwo im All zu finden ist. Und um dieses letzte Menschheitsrätsel zu lösen, machen sich ein paar Weltraumfahrer auf, zu einem fremden Planeten. Genau demjenigen, den wir aus „Alien“ kennen. Allerdings existieren die bekannten Alptraummonster noch nicht. Sondern nur eine Art Vorform. Der dramaturgische Gag an der Sache: Die Astronauten finden heraus, dass tatsächlich Außerirdische hier leben, die uns geschaffen haben. Aber aus irgendeinem Grund haben sie wohl Ungeheuer erschaffen, die ihre Schöpfung wieder zerstören soll.
Ridley Scotts Weltraumschocker bietet hervorragende Visual Effects und imposante Kulissen. Dazu gibt es noch viele Hinweise und Anspielungen auf sein damaliges Meisterwerk. Was für die echten „Alien“-Nerds, zu denen ich mich auch zähle, natürlich sehr spaßig ist. Außerdem ist der Film exzellent besetzt, zum Beispiel mit Noomi Rapace, der coolen Tattoo-Lady aus den Stieg Larsson-Verfilmungen. Sie spielt eine Art Jung-Version der Weltraumfahrerin Ripley aus den anderen „Alien“-Filmen. Auch sie ist, wie das Bruce Springsteen sagen würde, „tougher than the rest“. Allerdings übertreibt es Ridley Scott da manchmal. Zum Beispiel macht sie selbst in einer Szene einen Kaiserschnitt, um das Ungeheuer in ihrem Inneren loszuwerden und rennt danach sogar noch putzmunter durchs Raumschiff.
Wenn ich ehrlich bin, finde ich das Original um Klassen besser. Das große Problem dieses „Alien“-Prequels: die neuen Monster sind im Vergleich zu den Original-Kreaturen absolut enttäuschend. Das sind halt irgendwelche Tentakel-Viecher, wie aus den ganzen 50er Jahren Science Fiction-Filmen. Das Gruselpotential hält sich daher in Grenzen. Klar es gibt tolle, spannende, visuelle opulente Szenen in dem gestrandeten außerirdischen Raumschiff, aber ich habe einfach mehr von Starfilmer Ridley Scott erwartet. Außerdem versucht er diesmal furchtbar tiefgründig und philosophisch zu sein, weshalb die Handlung teilweise sehr schwerfällig daher kommt. Und genau in dem Augenblick, in dem es richtig spannend wird, endet das Ganze. Nach dem Motto: „Fortsetzung folgt“. Also: Kein schlechter Film, aber einer, der die hohen Erwartungen, die er aufbaut, nicht erfüllen kann. Wer einen perfekten Gruselfilm sehen will, der gucke sich „Alien“ an. Nach wie vor die Nummer eins der Weltraum-Schocker.