Für Kinomän Jo Müller ist der neue Batman-Film das bisher beste Event-Movie des Jahres. Er meint: „Den muss man gesehen haben.“
Das ist ein Hollywood-Blockbuster, der richtig gut ist. Neben wahnwitzigen Visual Effects und grandioser Action, wird auch eine packende, gut konstruierte Story erzählt mit einem tierisch fiesen Twist am Ende. Diesmal kämpft Batman, der dunkle Ritter, gegen einen maskierten Terroristen namens Bane, gespielt von Tom Hardy. Ein brutaler, eiskalter, muskelbepackter Psychopath, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die gesellschaftliche Ordnung von Gotham City auf den Kopf zu stellen. Er ist im Besitz einer fürchterlichen Bombe und wenn die Behörden, Polizei, Politiker nicht nach seiner Pfeife tanzen, lässt er sie hochgehen. Das ist alles unglaublich spannend gemacht und großartig inszeniert. Wie gewohnt liefert Regisseur Christopher Nolan Bilder ab, die niemand so schnell vergessen dürfte: wie zum Beispiel eine echt apokalyptische Szene, in der der Terrorist ein Football-Stadion in die Luft jagt und im Bildvordergrund ein Spieler über das Feld rast, ohne zu merken, dass hinter ihm alles explodiert – Da bleibt einem die Spucke weg. Auch der Showdown ist großartig. Er funktioniert nach dem klassischen Countdown-Prinzip: Die Bombe tickt und es bleiben nur noch wenige Minuten bis sie hoch geht. Aber niemand weiß, wo sie steckt oder wie sie entschärft werden kann. Wie gesagt, dieses Prinzip ist altbekannt, aber wie es hier erzählt und variiert wird, ist sensationell.
Im Gegensatz zu Filmen wie „Marvel`s Avengers“, „Thor“ oder „Iron Man“ haben Nolans Batman-Filme wenig von einem Comic. Nolan versucht ein Höchstmaß an Realismus zu erreichen. Deshalb gibt es in diesem beinahe drei Stunden langen Film verhältnismäßig wenig Auftritte von Christian Bale im Gummianzug. Und das ist eben das Faszinierende: Die Stories dieser Filme haben mehr zu bieten als spektakuläre Krach-Bumm-Bang-Effekte. In „The Dark Knight“, dem Vorgängerstreich, ging es um die Aufarbeitung der Terrorangst nach dem 11. September. Der neue Film dagegen reflektiert die Welt-Wirtschaftskrise und den folgenden Börsencrash. „The Dark Knight Rises“ spinnt das reale Szenario einfach weiter: Hier bricht die Gesellschaftsordnung völlig zusammen. Die Massen erheben sich und üben Rache. Banker und Millionäre werden abgeurteilt von den Mittellosen. Ein düsterer, spannender und bildgewaltiger Blockbuster. Ich fand den Vorgänger ein bisschen besser, aber auch der neue Film bietet Actionkino auf allerhöchstem Niveau. Er ist sogar so gut, dass selbst die sonst nur schwer erträgliche Anne Hathaway als Catwoman richtig toll rüberkommt. Für mich das bisher beste Event-Movie des Jahres: „The Dark Knight Rises“. Den muss man gesehen haben.