Kino-Tipp The Grey – Unter Wölfen

Der Streifen ist eine ungewöhnliche und originelle Mixtur aus Abenteuerfilm, Gruselschocker und Überlebens-Drama. Unser SWR3-Kinomän meint: Atemberaubend spannend!

Liam Neeson spielt in „The Grey“ einen Mann, der mit dem Leben abgeschlossen hat: John Ottway. Er arbeitet bei einem Ölunternehmen irgendwo in der arktischen Wildnis. Ottway muss die Arbeiter der Raffinerie mit einem Gewehr vor Wölfen schützen. Er ist ein notorischer Einzelgänger, der mit niemandem redet und von Erinnerungs-Flashbacks (seine Frau ist gestorben) gequält wird.

Dieser Mann nun, von Liam Neeson wirklich überzeugend gespielt, fliegt mit einigen Kollegen in einem kleinen Flugzeug nach Kanada. Die Maschine gerät in einen fürchterlichen Sturm und stürzt in der mörderischen Eiswüste ab. Nur wenige Insassen überleben den Absturz. Es beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben, ein Kampf gegen eine mörderische Gefahr. Es ist nicht die Kälte oder der Hunger, der dem kleinen Trupp zusetzt – es sind Wölfe! Die Männer befinden sich mitten in deren Jagdrevier. Und sie haben keine Chance, denn die Wölfe sind in der Überzahl und absolut unberechenbar.

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Gänsehaut pur!

Die Attacken der Wölfe kommen so unvermittelt, so überraschend, dass man richtiggehend zusammenzuckt und aus dem Sessel gefedert wird. Das Schlimme daran: Der Zuschauer weiß nicht, wo die Biester in der Dunkelheit lauern. Sie schlagen so blitzschnell zu, wie das Monster aus Steven Spielbergs Klassiker „Der Weiße Hai“. Die Angriffe der Wölfe sind unglaublich brutal und geschehen ohne Vorwarnung. Tolle Szene: Die Überlebenden des Flugzeugabsturzes tragen Fackeln und gucken in die Nacht hinaus. Plötzlich erscheint ein leuchtendes Augenpaar, dann ein zweites, schließlich ganz viele. Das ist Gänsehaut pur. Vor allem aus zwei Gründen. Erstens: Tricktechnisch sind viele Aufnahmen der Wölfe wirklich toll geworden. Die Einstellungen sind recht kurz, so dass die Phantasie noch mitarbeiten kann. Nur in ein paar wenigen Aufnahmen lässt sich erkennen, dass es Computertrickbilder sind. Zweitens: Der Film wurde in einem semidokumentarischen Stil gedreht, was dem Ganzen einen sehr realistischen Look verleiht. Im Kino gab es schon wirklich viele Flugzeugabstürze, aber so einen wie den hier: Unglaublich! Der setzt neue Maßstäbe.

Fazit:

„The Grey“ ist eine ungewöhnliche und originelle Mixtur aus Abenteuerfilm, Gruselschocker und Überlebens-Drama. Sogar mit ein bisschen philosophischem Background und einem Ende, das einem die Haare zu Berge stehen lässt und ganz viel Stoff zum Diskutieren liefert. Unbedingt bis nach dem Abspann dabei bleiben, da gibt's noch eine kleine Gemeinheit.

Die Details

Filmplakat: The Grey (Quelle: SWR3.de)

Filmplakat: The Grey

Foto: SWR3.de
FSK:
ab 16 Jahren
Kinostart:
06.01.2000
SWR3-Bewertung: