Das Smartphone als Beziehungskiller, betrügen via Facebook und WhatsApp. Wo beginnt digitale Eifersucht? Was hilft? Was ist noch okay? Nagt sie auch an euch? Der SWR3-Report „Digitale Eifersucht“.

Sein Handy vibriert, neue Message. Er lächelt, antwortet. Sie sitzt daneben und fragt sich, wem er da schreibt… Ein komisches Gefühl macht sich breit: digitale Eifersucht. Die Wissenschaft hat untersucht, warum wir da gerne mal eifersüchtig werden.

Soziale Netzwerke bieten einen „Nährboden“ für dieses Gefühl, sagt Medienpsychologin Prof. Dr. Wera Aretz. Ein Grund: Wir schätzen die Bedeutung von Worten, Bildern oder Videobotschaften, die dort ausgetauscht werden, teilweise total falsch ein. Sehen wir beispielsweise bei Facebook ein Partyfoto, dann läuft bei uns im Kopf ein Film ab, der mit der Realität so gar nichts zu tun haben muss.

Ein weiteres Problem: Die Person, mit der wir kommunizieren, ist nicht am selben Ort. Wichtige Dinge wie Mimik und Gestik können wir dann nicht beobachten und einschätzen, ob etwas vielleicht im Spaß gemeint ist.

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Er tickt anders als sie – auch im Netz

Männer und Frauen gehen unterschiedlich mit digitaler Eifersucht um. Medienpsychologin Aretz erklärt das mit einem evolutionären Gedanken: Frauen hätten sich früher nie sicher sein können, ob sie langfristig einen Ernährer haben. Deshalb reagierten sie auch heute noch stärker auf emotionale Untreue und würden – übertragen auf die sozialen Netzwerke – schneller eifersüchtig. Männer reagierten hingegen eher auf sexuelle Untreue.

Tipp: Handy-freie Zone

Im Kampf gegen digitale Eifersucht in einer Beziehung helfen aus Sicht der Expertin nur klare Regeln, zum Beispiel Handy-freie Zonen. „Früher war es auch undenkbar, dass man am Mittagstisch ein Handy dabei hat“, sagt Aretz.

Soziale Medien als Beziehungskiller?

Buchautorin Anitra Eggler („Facebook macht blöd, blind und erfolglos“) bezeichnet sich selbst als „Digital-Therapeutin“. Damit die sozialen Medien nicht zum Beziehungskiller werden, rät sie: „Wir brauchen heutzutage einen digitalen Beziehungsknigge“. Das heißt: Jeder sollte mit seinem Partner darüber sprechen, wie die Beziehung in der digitalen Welt geregelt wird – und ob man beispielsweise den Beziehungsstatus bei Facebook veröffentlicht.

Eure Meinung, eure Erfahrungen! #digei

Diskutiert mit uns! Welche Erfahrungen habt ihr mit digitaler Eifersucht gemacht? Was tut ihr dagegen? Schreibt uns mit #digei bei Twitter oder Facebook!

Medienpsychologin Prof. Wera Aretz; Foto: Hochschule Fresenius/Wera Aretz
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SWR3-Report: Digitale Eifersucht —

Was ist Digitale Eifersucht? Infos und Tipps von Wera Aretz