Die einen nennen es LTE, andere 4G. Fakt ist – LTE ist ein neuer Mobilfunkstandard für noch schnelleres, mobiles Surfvergnügen. Wie weit ist das neue Netz und welche Handys haben die neue bereits Technik integriert?
In Deutschland wurden vor 2,5 Jahren die LTE-Frequenzen versteigert. Seitdem befindet sich das Netz im Aufbau. Die Vorgabe war: Zuerst die ländlichen Regionen mit Highspeed-Internet über Funk ausstatten – als DSL-Alternative, dann die Städte. Die Netzbetreiber wie die Telekom, Vodafone oder O2 haben ihr Soll auf dem Land weitestgehend erfüllt, jetzt wird sukzessive die Stadtbevölkerung angeschlossen.
In 2 bis 3 Jahren soll Deutschland sogar flächendeckend mit LTE versorgt sein. Dort wo kein DSL-Kupferkabel oder eine Glasfaser liegt, soll LTE für schnelles Internetvergnügen sorgen. Und mit „schnell“ sind wirklich hohe Geschwindigkeiten gemeint - zum Vergleich: Mit DSL sind maximal 50 Mbit, mit bisherigem UMTS (3G) bis zu 42 Mbit und mit LTE sogar bis zu 100 Mbit möglich. Theoretisch natürlich, in der Praxis liegt man aber oft darunter. Nur der Internetzugang per Glasfaser ist wesentlich schneller - aber dafür muss extra die Straße aufgebuddelt werden. Für LTE muss der Mobilfunkbetreiber nur seinen Sendemast aufrüsten.
Und noch ein weiterer Vorteil bietet LTE: UMTS bzw. 3G ist in den Ballungszentren hoffnungslos überlastet, weil immer mehr Menschen per Smartphone online gehen. LTE soll hier helfen, die wachsende Smartphone-Nutzung möglich zu machen.
So groß wie das Nutzungsspektrum, ist inzwischen auch die Gerätevielfalt: Wer LTE als DSL-Ersatz nutzt, bekommt von seinem Provider einen LTE-Router gestellt. Dieser Router wird an einer Stelle der Wohnung mit gutem Funkempfang aufgestellt und das Internetsignal wird dann per WLAN an die Computer im Haus weitergeleitet. Wer viel unterwegs ist, kann sich einen LTE-Surfstick kaufen - quasi ein LTE-Modem für den USB-Anschluss.
Wichtig in dem Zusammenhang: Einen passenden Tarif der auch die Nutzung via LTE erlaubt. Viele Tarife sind zwar als Flatrate betitelt, in Wahrheit wird allerdings ab einem gewissen Datenvolumen die Geschwindigkeit gedrosselt. Es wird zwar nicht teurer, aber deutlich langsamer. Die dritte Gerätekategorie sind die Smartphones. Besonders in den Topmodellen von Samsung, Apple, HTC oder LG ist LTE bereits integriert. Aber Vorsicht: Beim neuen iPhone5 wird nur das LTE-Netz der Telekom unterstützt. Wer im Vodafone oder O2-Netz LTE nutzen will, braucht ein anderes Smartphone. Hintergrund: Weltweit gibt es viele unterschiedliche Frequenzen, auf denen LTE ausgestrahlt wird. Einige Hersteller schaffen es Geräte zu bauen, die mit allen Frequenzen klar kommen, andere leider nicht.
Die LTE-Nutzung über Smartphone hat aber noch eine weitere Hürde: Lediglich im Netz der Telekom muss ich keine Extragebühr für die LTE-Nutzung zahlen. Andere Provider verlangen bis zu 10 Euro monatlich mehr. Über kurz oder lang wird es aber keinen Unterschied bei den Tarifen mehr geben - so wie es auch bei UMTS bzw. 3G am Anfang der Fall war.