Navi Tschüss Navi - Hallo Smartphone?

Die schwarzen großen Kästchen hängen hinter vielen Windschutzscheiben – doch immer häufiger sieht man auch Smartphones. Doch womit navigiert es sich besser?

Intelligente Stauumfahrung, vernetzte Verkehrsinfos durch Auswertung von Handydaten und die Nennung der noch so kleinsten Straße beim Namen – Navigationsgeräte haben sich prächtig entwickelt. Smartphones allerdings auch. Mittlerweile hat jedes Mittelklassegerät GPS, ordentlich Rechenleistung und ist ständig online. Vor allem aber ist das Smartphone universal einsetzbar. Nach der Fahrt navigiert es einen per GPS zu Fuß weiter durch die Stadt und bietet Reisführer, die Infos zu Sehenswürdigkeiten oder Restaurants in der Nähe anzeigen.
Klingt zwar unschlagbar, aber einige Nachteile gibt es auch. Die Navigationsansagen sind über die meisten Smartphones zu leise, die kleinen Displays sind nicht bei allen Lichtverhältnissen gut ablesbar und je nach Modell hält der Akku bei der GPS Navigation nicht lange durch.


Navi-Hersteller rüsten auf
Gleichzeitig werden auch die Zusatzinformationen und Servicefunktionen bei Navis stark verbessert. Für viele Modelle gibt es bereits ebenfalls Städteführer, Tankstellenpreisvergleiche, Wetterinfos und ständig aktualisierte Verkehrsdaten aus dem Internet. Allerdings kosten diese Dienste extra, einfach weil eine Internetverbindung bezahlt werden muss, die bei Smartphones sowieso schon besteht.

Die Karte ist der entscheidende Faktor
Entscheidend für eine gute Routenführung, egal ob Smartphone oder Navi, ist das Kartenmaterial. Das aktuellste Kartenangebot wird vermutlich entscheiden, welches Gerät zur Navigation genutzt wird. Allein der Preisverfall zeigt den harten Wettbewerb in diesem Bereich. Bis 2008 kostete ein einziges Kartenupdate rund 100 Euro. Mittlerweile bieten die meisten Hersteller für rund 30 Euro zweijährige Kartenabos an und bei einigen Topmodellen gibt es sogar lebenslang gratis Kartenupdates.

Bei Smartphones gibt es noch die Möglichkeit, Offboard-Kartendienste wie Google Maps oder Bing Maps zu nutzen. Hier sind die Karten nicht auf dem Gerät installiert, sondern liegen immer aktuell auf Servern im Internet. Dort wird die Route berechnet und auf das Smartphone geschickt. Allerdings ist hier ein ständige Internetverbindung Voraussetzung, das heißt: Bei schlechtem Empfang fällt die Navigation aus und im Ausland dürfte die Verbindung teuer werden.

Lohnt sich ein Update für alte Navis?

Um alte Navigationsgeräte wieder fit für die Zukunft zu machen, müsst ihr zwischen 30 und 150 Euro für ein ein Kartenupdate ausgeben. Viele Navis – besonders die ehemals günstigen – lassen sich überhaupt nicht aktualisieren. Am besten guckt ihr auf der Webseite eures Navi-Herstellers nach und überlegt dann, ob euch dieses Update das Geld auch wert ist. Auch TMC-Module lassen sich nur bei einigen Modellen nachrüsten. TMC steht dabei für Traffic Message Channel – also übersetzt: Verkehrsnachrichten-Kanal. Im nichthörbaren Bereich von Radiosendern werden Verkehrsinformationen ausgestrahlt – beispielsweise welcher Autobahnabschnitt gerade gesperrt ist. Ein Navigationsgerät mit TMC kann daraus selbständig die Umleitungsstrecke errechnen. Wer kein TMC hat, sollte auf jeden Fall über ein neues Navi nachdenken.


Verknüpfung mit dem Auto

Die Vernetzung zwischen Smartphone und Auto wird immer intensiver. Mittlerweile gibt es von diversen Autoherstellern Smartphone-Apps, die Bordanzeigen erweitern, aus der Ferne die Standheizung anstellen oder bei Elektroautos den Ladestand durchgeben. Auch in Entertainmentsysteme der Autos können sie integriert werden. Zwar bieten auch einige Navis Erweiterungen an, die im Motor Daten auslesen und auf das Navi übertragen, aber insgesamt scheinen Smartphones hier weit vorne zu liegen.

Die Kunden sind die Gewinner

Immer aktuelle Stauinfos gibt es bei uns im SWR3 Verkehrszentrum, auch in einer Mobilen Version für Smartphonebrowser.

Aktuell sieht es so aus, als ob die Smartphones Navigationsgeräte mittelfristig verdrängen könnten. Ein Navihersteller ist sogar bereits umgeschwenkt und verkauft auch Smartphones, die besonders gut für Navigation geeignet sind. Solange dieser Wettkampf die Preise senkt und viele neue Servicefunktionen bringt, sind wir Kunden die Gewinner – egal was sich durchsetzt.