.: Gebühr wofür?
17,98 Euro im Monat – die muss jeder Rundfunkteilnehmer zahlen. Aber warum eigentlich? Und wofür wird das Geld verwendet? Hier werden eure Fragen beantwortet.
Deutschlands Medienlandschaft ist unabhängig und frei. Das war nicht immer so. Während des zweiten Weltkriegs und auch zu DDR-Zeiten hat der Staat die Medien für seine Zwecke missbraucht. Damit genau so etwas nicht mehr passieren kann, wurde in der Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem eingeführt. Wichtigste Stütze: die Gebühren der Rundfunkteilnehmer. 80 Prozent von dem, was die Öffentlich-Rechtlichen ausgeben, wird über Rundfunkgebühren finanziert. Dadurch können Journalisten bei öffentlich-rechtlichen Sendern verlässlich und unabhängig arbeiten. Weder die Wirtschaft noch die Politik haben Einfluss auf die journalistische Arbeit.
Mit den Gebühren werden die öffentlich-rechtlichen Programme finanziert. Für momentan 17,03 Euro bekommt ihr:
Außerdem ist die ARD – gemeinsam mit dem ZDF – beteiligt an:
Und dann sind da noch die über 90 ARD-Korrespondenten überall in der Welt. Sie helfen uns, das Geschehen in fernen Ländern besser zu verstehen.
Angefangen bei den Gehältern und Honoraren für die SWR3-Mitarbeiter über Kosten für die Programmverbreitung (Sendefrequenzen, etc.) bis hin zum Programm selbst – SWR3 geht sorgfältig mit den Gebühren um und investiert sie sinnvoll: zum Beispiel in verlässliche und gut recherchierte Nachrichten, in aktuelle Sportberichterstattung, gute Musik und unterhaltsame Comedy. Außerdem nutzt SWR3 auch die zentralen SWR-Einrichtungen, wie das weltweite ARD-Korrespondentennetz, die Wort- und Musikarchive, Hörfunkstudios, Übertragungswagen, etc.
Während Privatsender nur von der Werbung leben, finanzieren sich die öffentlich-rechtlichen Sender nur zu ca. sieben Prozent durch Werbung. Der Rest wird durch andere Erträge wie Zinsen und Zweitverwertungen abgedeckt und natürlich durch die Rundfunkgebühren. Da die Gebühren aber über einen gewissen Zeitraum festgeschrieben sind, können die Sender mit Hilfe der Werbung auch mal flexibel auf aktuelle Ereignisse reagieren. Außerdem werden damit attraktive, internationale Sportrechte eingekauft. Ohne Sponsoring wäre das gar nicht möglich. Die Rundfunkgebühr würde übrigens um ca. 1,42 Euro monatlich steigen, wenn es gar keine Werbung bei den Öffentlich-Rechtlichen gäbe.
Die Rundfunkgebühr wird nicht automatisch erhöht – sie wird festgelegt. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (wie der SWR) müssen bei der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) angeben, wie viel Geld sie brauchen. Die KEF prüft den Antrag. Je nachdem, was dabei rauskommt, empfiehlt sie den Landesregierungen, die Gebühren anzupassen. Ob die Gebühren erhöht oder gesenkt werden – das entscheiden dann die einzelnen Bundesländer.