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Täglich Pop 01.10.1983 - Culture Club mit dem Hit „Karma Chameleon“

Culture Club mit dem Hit „Karma Chameleon“ (Quelle: SWR3.de)

Culture Club stehen mit „Karma Chameleon“ für sechs Wochen auf Platz 1 der britischen Singlecharts. „Karma Chameleon“ ist damit der dritte Nummer 1 Hit von Culture Club in ihrer Heimat England. Sogar in Amerika schafft es die Band mit „Karma Chameleon“ zum ersten und gleichzeitig letzten Mal auf Platz 1. Frontmann und Paradiesvogel Boy George ist zu diesem Zeitpunkt der Medienliebling Nr.1, was den internationalen Erfolg von Culture Club natürlich ankurbelt. Bandintern musste Boy George aber erst einmal seine Mit-Musiker von „Karma Chameleon“ überzeugen: „Als ich den Song zum ersten Mal vorsang, lachten sie mich aus. Sie sagten, das ist doch Country & Western, sie schlugen den Takt dazu und machten Cowboy-Geräusche. Das hat mich wahnsinnig geärgert. Es war der letzte Titel, den wir für das Album ‚Colour By Numbers‘ aufnehmen wollten und ich kämpfte für ihn. Ich erpresste sie und sagte, wenn ihr nicht mitmacht, verlasse ich die Band! Ich wusste, dass es ein großer Hit werden würde, darum setzte ich mich so dafür ein. Der Rest ist Geschichte.“ Aber auch das Video zu „Karma Chameleon“ beeindruckt die Massen. Darin sieht man die Band auf einem Mississippi-Raddampfer diesen Song spielen. Das dazugehörige Album „Colour By Numbers“ verkauft sich weltweit ebenfalls millionenfach. In Deutschland klettert „Karma Chameleon“ in den Singlecharts bis auf Platz 2.

Täglich Pop 01.10.2001 - Der Song des 11. September: „Only Time“ von Enya

Enya: „Only Time“ (Quelle: Warner)

Enya steht mit „Only Time“ auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Den Song hat die irische Musikerin schon ein Jahr vorher auf ihrem Album „A Day Without Rain“ veröffentlicht, aber er fand zunächst keine große Beachtung. Das änderte sich nach den Ereignissen des 11. September: der New Yorker Steve Golding, der als Finanzmakler in Manhattan arbeitete, stellt eine Collage aus Zeitungsfotos und O-Tönen zusammen und veröffentlicht diese als Video im Internet, unterlegt von Enyas „Only Time“. Die Animation verbreitet sich rasend schnell im Netz und wird vom Nachrichtensender CNN gezeigt. Viele Radiosender spielen Enyas Song rauf und runter. CNN möchte ein Video davon produzieren und bittet Enya um ihre Zustimmung. Doch die ist zunächst skeptisch, lässt sich dann aber doch überzeugen. „Ich war erschüttert, wie glaube ich jeder damals. Alle wollten den New Yorkern helfen und als ich hörte, dass ‚Only Time’ kurz nach den Anschlägen zu einer Art Hymne wurde, wusste ich warum. Im Text heißt es: ‚Zeit ist das einzige, was Wunden heilen lässt. Man kann Wunden nie ganz loswerden, aber Zeit hilft, damit fertig zu werden’. Der Song gab den Menschen Hoffnung, und als ich das hörte, war ich froh, damit etwas Gutes beigetragen zu haben.“ Auch außerhalb der USA wird „Only Time“ zum Hit. Am 1. Oktober 2001 steht Enya damit bei uns für sechs Wochen auf Platz 1. Kommerziell wollte Enya aber nie am Erfolg der Single beteiligt werden. „Meine Plattenfirma und ich hatten uns damals überlegt, ‚Only Time’ als Single in den USA nochmals zu veröffentlichen und alle Einnahmen daraus den Hinterbliebenen der Opfer und den Feuerwehrleuten zu spenden. Ich wollte auf gar keinen Fall auch nur einen Dollar mit diesem Song verdienen, sondern das Geld den Menschen zukommen zu lassen, die es wirklich brauchten.“