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Täglich Pop 06.11.1982 - Joe Cocker mit Jennifer Warnes erfolgreich

Joe Cocker, Jennifer Warnes: Up Where We Belong (Quelle: SWR3.de)

Die neue Nummer 1 in den USA ist ein Duett: „Up Where We Belong“ von Joe Cocker und Jennifer Warnes. Damit steht Joe Cocker erstmals seit vielen Jahren wieder im Rampenlicht. Seinen letzten Hit hatte er 1975 mit „You Are So Beautiful“. Taylor Hackford, der Regisseur von „Ein Offizier und Gentleman“, suchte nach einem passenden Song für den Anfang und das Ende seines Films. Die Wahl fällt auf „Up Where We Belong“. Aber Joe Cocker ist zunächst alles andere als begeistert: „Als ich den Song zum ersten Mal hörte, hasste ich ihn sofort. Er war irgendwie zusammengeschrieben von drei verschiedenen Autoren. Jeder von denen hatte mal hier eine Zeile und da eine Bridge beigesteuert, außerdem war das Demo in einem wirklich grässlichen Cowboy-Stil aufgenommen. Aber Produzent Stewart Levine sagte: ‚Komm gib mir eine Chance, komm zu mir ins Studio und wir probieren das mal’. Als ich dann hörte, was sie aus dem Song gemacht hatten und wir dann mit Jennifer die Aufnahmen fertig hatten, da wusste ich instinktiv, dass das ein wirklich großer Song sein würde.“ Aber noch während der Aufnahmen mit Joe Cocker lästert auch Duettpartnerin Jennifer Warnes über den Song. Er sei eine Edelschnulze; so etwas wollten die Leute schon längst nicht mehr hören. Die Plattenfirma ist kurz davor, die Aufnahmen abzubrechen. Doch der Erfolg gibt am Ende den Songschreibern recht. 1982 steht „Up Where We Belong“ auf Platz 1 in den USA. Außerdem bekommen Joe Cocker und Jennifer Warnes für „Up Where We Belong“ 1982 einen Grammy, die drei Songwriter Jack Nitzsche, Buffy Sainte-Marie und Will Jennings ein Jahr später einen Oscar und einen Golden Globe für den besten Song aus einem Kino-Soundtrack.

Täglich Pop 06.11.1993 - Deutsche Danceszene verliert einen Pionier

Torsten Fenslau (Quelle: Sony Music)

Torsten Fenslau am Mischpult, aus: „The Dream: Best-Of“ (1994)

Der Frankfurter Produzent und DJ Torsten Fenslau kommt bei einem Autounfall ums Leben. Er gehört zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Dance- und Technoproduzenten Deutschlands. Den größten kommerziellen Erfolg hat er 1993 mit seinem Projekt Culture Beat und dem Nummer-1-Hit „Mr. Vain“. Torsten Fenslau wird am 23. April 1964 in Unterfranken geboren, mit 18 startet er seine Karriere als DJ. Seine großen Vorbilder sind Kraftwerk, die bereits in den 70ern den Grundstein für die spätere Entwicklung der Technoszene gelegt hatten. Torsten Fenslau beginnt 1988 seine Soundcollagen und Ideen auf Platte zu veröffentlichen. Gemeinsam mit seinem Freund Jens Zimmermann erscheint unter dem Projektnamen Out Of The Ordinary sein Debüt „The Dream“, ein Ausschnitt aus der berühmten Rede von Martin Luther King. „The Dream“ verkauft sich 50.000 Mal und wird Platz 1 der deutschen Dance Charts, weitere Techno-Klassiker folgen. Torsten Fenslau erkennt als einer der ersten das Hitpotential eines neuen Genres, das später als „Eurodance“ bekannt wird. Mit Culture Beat hebt er eine der erfolgreichsten Eurodance-Projekte aus der Taufe. „Der Erdbeermund“ ist ihr erster Hit, der sogar außerhalb von Deutschland wahrgenommen wird: Platz 55 in den britischen Charts. Am 6. November 1993 wird die große Karriere von Torsten Fenslau abrupt und viel zu früh beendet. Auf dem Nachhauseweg von einer Geburtstagsfeier fällt er am Steuer seines Wagens in einen Sekundenschlaf und fährt an einen Baum. Torsten ist nicht angeschnallt und stirbt, ein Schock für die Frankfurter Dance-Szene. Bruder Frank übernimmt das Management von Culture Beat und will das Projekt im Sinne des Verstorbenen fortsetzen, was ihm auch gelingt. Bis heute veröffentlichen Culture Beat erfolgreich ihre Songs.