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Der kanadische Rock- und Bluesmusiker Jeff Healey ist tot. Sein BandKollege Colin Bray überbringt der Öffentlichkeit die traurige Nachricht. Jeff Healey musste sein ganzes Leben gegen eine sehr seltene Krebsart kämpfen, meisterte dieses Schicksal aber auf eine beeindruckende Art. Mit einem Jahr wurde er blind, brachte sich daraufhin selbst das Gitarre spielen bei. Dazu legte er das Instrument auf seine Knie und spielte es wie ein Keyboard. Eine Spielhaltung, für die er weltberühmt werden sollte. Später gründete er die Jeff Healey Band, mit 22 Jahren veröffentlichte er sein Debütalbum „See The Light“. Der Opener „Confidence Man“ wurde zu einem kleineren Hit in Großbritannien, das Album zum Top-30-Erfolg mit über einer Million Verkäufe und einer Grammy-Nominierung. Im Lauf seiner Karriere stand Jeff Healey mit Größen wie George Harrison oder B.B. King gemeinsam auf der Bühne und trat im Patrick-Swayze-Film „Road House“ von 1989 auf. Die Jeff Healey Band spielte eine örtliche Coverband und steuerte auch vier Songs zum Soundtrack bei. In Kanada gelangen Jeff Healey zwischen 1990 und 94 zehn Hitnotierungen, u.a. das Beatles-Cover „While My Guitar Gently Weeps“, mit George Harrison und Jeff Lynne im Background. In den letzten Lebensjahren verschlechterte sich Jeff Healeys Zustand immer mehr: er musste an den Beinen und der Lunge operiert werden. Im Alter von 41 Jahren stirbt er am 2. März 2008. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder im Alter von 3 und 13 Jahren. Jeff Healeys größter Hit ist „Angel Eyes“, das es 1989 in den USA bis auf Platz 5 der Single-Charts schaffte.
Vor dem Landgericht München findet ein Plagiatsverfahren gegen den irischen Rockgitarristen Gary Moore statt. Darin geht es um dessen weltweiten Hit von 1990, „Still Got The Blues (For You)“. Angestrengt hat das Verfahren Jürgen Winter aus Sinzig, in den 70ern Kopf der mittlerweile längst aufgelösten und vergessenen deutschen Krautrockband „Jud’s Gallery“. Die markante Gitarrenpassage will er mit seiner Band schon vor über 30 Jahren erfunden haben. Als Beweis legt er einen Mitschnitt seines Stücks „Nordrach“ vor, das er Ende März 1974 im Studio des SWR eingespielt hatte. In dem über zwölfminütigen Stück findet sich tatsächlich eine verblüffend ähnliche Passage: Im Jahr 2001 reichte Jürgen Winter erstmals seine Plagiatsklage ein und stützt sich dabei auf ein Musikgutachten. Darin heißt es: „Nordrach ist ein symphonisches Rockpoem. Ideell verwandt mit Smetanas Moldau, beschreibt es den Verlauf des Schwarzwald-Flüsschens. Die musikalische Analyse bestätigt die weitgehende Übereinstimmung mit Gary Moores Still Got The Blues.“ Belegt wird das u.a. dadurch, dass beide Titel übereinanderkopiert werden. Und es gibt weitere Indizien, dass „Still Got The Blues“ ein Plagiat ist: Gary Moore lebte in den 70ern in Bonn, es gibt Zeugen, die ihn sowohl beim Radiohören, als auch auf Konzerten von Jud’s Gallery gesehen haben wollen. Und Gary Moore war bei Virgin unter Vertrag, genau die Plattenfirma, bei der Jud’s Gallery kurz zuvor keinen Vertrag bekommen hatten. Virgin weist die Vorwürfe zurück. Die fragliche Melodie käme häufiger in der Musikgeschichte vor und sei musikalisches Allgemeingut, so Virgin-Anwältin Claudia Rossbach. Am 2. März 2005 entscheidet das Landgericht für Jürgen Winter. Es sei „schwer vorstellbar, dass Gary Moore die Passage hätte erfinden können, ohne das Stück Nordrach gekannt zu haben“. Gary Moore muss jetzt beweisen, dass er das Stück niemals gehört hatte.
Die britische Soulsängerin Dusty Springfield stirbt in ihrem Haus westlich von London. Fünf Jahre lang hatte Dusty Springfield vergeblich gegen ihren Brustkrebs angekämpft. Besonders in den 60er Jahren war Dusty Springfield mit ihren Songs sehr erfolgreich. Das ungewöhnliche damals: eine blonde, weiße Sängerin mit einer fast schwarzen Soulstimme. Anfang der 70er Jahre wurde Dusty Springfield der ganze Rummel um ihre Person zu viel. Nach ihrem Outing, sie sei bisexuell, zieht sie sich nach Los Angeles zurück. Für die meisten ist aber klar, Dusty steht ausschließlich auf Frauen. In einem Interview meint sie: „Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die neugierig sind, ob ich lesbisch bin. Ich glaube, das geht nur die Menschen etwas an, mit denen ich schlafe.“ Erst knapp 20 Jahre später, im Sommer 1987 geht Dusty Springfield wieder ins Studio, um gemeinsam mit den Pet Shop Boys „What Have I Done To Deserve This?“ aufzunehmen. Der Song schafft es auf Anhieb auf Platz 2 in England und Amerika und auf Platz 4 in Deutschland. Der nächste große Hit folgt schon zwei Jahre später mit „In Private“, 1990 die meistgespielte Single im Radio. 1994 kommt Dusty Springfield noch einmal zu unverhofftem Ruhm, ausgerechnet in dem Jahr, in dem sich der Brustkrebs ankündigt. Der Filmregisseur Quentin Tarantino verwendet ihren Song „Son Of A Preacher Man“ aus dem Jahr 1968 in seinem Blockbuster „Pulp Fiction“ für eine Drogenszene mit Schauspielerin Uma Thurman. Der Soundtrack wird zu einem der bestverkauften der letzten zehn Jahre. Dusty Springfield stirbt zwei Wochen vor ihrer Einführung in die Rock'n'Roll Hall Of Fame im Alter von 59 Jahren.