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Täglich Pop 13.03.2002 - The Calling mit einer Hymne der Hoffnung

The Calling (Quelle: SWR3.de)

The Calling steigen mit „Wherever You Will Go“ auf Platz 5 der amerikanischen Singlecharts. Der Song wird nach dem 11. September für viele Amerikaner zu einer Hymne der Hoffnung. The-Calling-Sänger Alex Band erinnert sich: „Der 11. September geschah in den ersten Tagen unserer allerersten Tournee. Wir waren eine Woche in Schockstarre. Direkt danach spielten wir in Manhattan, in dieser wirklich sehr düsteren Zeit. Aber dieses Konzert war sehr emotional. ‚Wherever You Will Go‘ hatte in diesen Tagen seinen Durchbruch bei den Radiostationen, und viele Menschen verknüpften die Anschläge mit unserem Song. Es geht ja um Liebe und Hoffnung. Es geht darum, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber der Verstorbene wacht weiterhin über uns und geht mit uns überall hin. So hatten Aaron und ich den Text eigentlich angelegt.“ Gitarrist Aaron Kamin erzählt: „Meine Cousine war gestorben, und ihr Mann und sie waren über 50 Jahre verheiratet. ‚Wherever You Will Go‘ handelt davon, wie verrückt es doch ist, für eine so lange Zeit zusammen zu sein und dann plötzlich alleine dazustehen. Und dann fragt man sich: Wie soll es weitergehen? Und sehen wir uns in einem späteren Leben vielleicht wieder?“ Das US-Musikmagazin Billboard wird den Song später zum „Adult Pop Song“ des Jahrzehnts wählen. Über acht Jahre lang wird „Wherever You Will Go“ den Rekord als meistgespielter Titel im amerikanischen Top40-Radio halten, weltweit zählen die Statistiker drei Millionen Radioeinsätze. Alex Band ist auch heute noch erstaunt über all diese Rekorde: „Das ist unglaublich. Dieser Song ist schon über zehn Jahre alt und wird immer noch überall gespielt. Ich habe ihn mit sechzehn Jahren geschrieben und fast jeder auf diesem Planeten hat ihn schon gehört. Das ist eigentlich unfassbar.“

Täglich Pop 13.03.1993 - Snow lässt kriminelle Vergangenheit hinter sich

Snow: Informer (Quelle: EASTWEST)

Der kanadische Reggae-Sänger Snow steht mit „Informer“ auf Platz 1 der US-Charts und schreibt damit Chartgeschichte: in der selben Woche ist nämlich in England Shaggys „Oh Carolina“ Platz 1, und damit stehen zum ersten Mal zwei Reggae-Songs gleichzeitig an der Spitze beider Hitparaden. Snow, der eigentlich Darrin O’Brien heißt, wurde 1969 geboren und verbrachte seine Kindheit in Toronto. Sein Cousin fuhr regelmäßig nach New York und brachte ihm von dort die neuesten Rap- und Reggae-Platten mit. „Zunächst habe ich jeden einfach so imitiert, ohne einen eigenen Stil zu suchen. Den fand ich dann erst mit 19. Aufgetreten bin ich meistens betrunken auf irgendwelchen Partys. Die Schule habe ich auch abgebrochen“. 1989 dann der Schock: Darrin wird wegen Doppelmord angeklagt. In dieser Zeit schreibt er den Text zu „Informer“, setzt sich mit seinen Erfahrungen vor Gericht auseinander. Die positive Reaktion seiner Freunde auf den Song macht Darrin Mut und er schickt ein Demo zu einer Plattenfirma. Dort ist man sich sicher, einen glaubwürdigen Rap/Reggae-Künstler gefunden zu haben; er bekommt wegen seiner weißen Hautfarbe den Künstlernamen Snow. Als erste Single erscheint „Lonely Monday Morning“. Hastig wird ein Video zur zweiten Single „Informer“ gedreht, direkt danach muss Snow wieder in Untersuchungshaft. Er sitzt schon hinter Gittern, als er zum ersten Mal sein Video im Fernsehen sieht. Der Song kommt gut an, auch das Verfahren endet mit einem Freispruch. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis beginnt Snow gleich mit einer groß angelegten Promotiontour. „Am 13. März 1993 saßen wir in einem Flugzeug über Deutschland, als mein Manager mir verkündete: ‚Du bist Nummer 1 in den Billboard-Charts!’ Ich flippte regelrecht aus! Die Stewardess schaute mich an, als ob ich verrückt sei.“