Wie nur wenige andere Sängerinnen hat Alanis Morissette einen eigenen Sound geschaffen. Und so klingt ihre CD „Havoc And Bright Lights“ so als hätte es keine Babypause gegeben. Bestes Beispiel: die erste Single „Guardian“.
Die letzten Monate gestalteten sich für Alanis Morissette hart und doch wunderschön. Nach der Geburt ihres Sohnes Ever war sie Vollzeit-Mutter und gleichzeitig arbeitete sie an ihrem neuen Album. Das ging nur zuhause und deswegen richtete sie sich daheim ein Studio ein. Wenn Ever schlief, schrieb sie zusammen mit Guy Sigsworth (Björk, Madonna) an neuem Material: „Ein Song beginnt mit der Saat oder der Essenz einer Idee“, erzählt sie, „und ist in weniger als einer Stunde geschrieben. Ich schreibe am liebsten kurz und prägnant über Persönliches und Kleines.”
Alanis hat schon immer genauer hingesehen und so wundert es nicht, dass sie sich auf „Havoc And Bright Lights“ mit Themen wie Frauenfeindlichkeit (in „Woman Down“), Preis des Ruhms (in „Celebrity“) oder den Konsequenzen aus diversen Süchten (in „Havoc“) beschäftigt. Thematisch bleibt die Kanadierin anspruchsvoll wie immer, musikalisch aber wird sie doch etwas weicher, vor allem in der zweiten Hälfte der CD. Das Titelstück und die verträumte Ballade „Win And Win“ zählen zu den besten Alanis-Songs der letzten Jahre. Schönes Album.