Alicia schlägt ein neues glanzvolles Kapitel auf. Vorbei sind die Zeiten der unbeschwerten 20-jährigen Piano-Amazone. „Girl On Fire“ ist ein erwachsenes Album, in der Tradition von Erykah Badu und Aretha Franklin, nur eben modern.
Alicia hat 2010 geheiratet und zwar den Produzenten Swizz Beatz. Im Oktober kam der gemeinsame Sohn zur Welt und Alicia sang dieses Frühjahr auf Whitneys Begräbnisfeier, herzerweichend. Diese Ereignisse trugen sicher dazu bei, dass „Girl On Fire“ einen eher ruhigen Grundton anschlägt. Siehe auch das klassische Intro „De Novo Adagio“, das nahtlos übergeht in das neue Ich von Alicia Keys („Brand New Me“). Um es kurz zu machen, ein herausragendes Soloalbum, wie es sonst nur einem John Legend gelingt, oder einem Maxwell, der übrigens ein Duett mit ihr schmettert („Fire We Make“). Was ihr total egal scheint, sind Trendsettersounds, wie sie allenthalben in den Charts anzutreffen sind.
Piano-getragene Balladen („Listen To Your Heart“), wohin das Ohr reicht. Hier und da ein Vocoder, der den Rhythmus der schnelllebigen Welt widerspiegelt. Überragend auch die längere ‚Inferno Version‘ von „Girl On Fire“ mit der superben Nicki Minaj. Für mich ist „Girl On Fire“ ein Album zum Chillen und Hinhören, perfekt für den verregneten Sonntag und oder das verschneite Wochenende. Alicia, die vom Ruhm ihres Debüts „Songs In A Minor“ (2001) zehren kann, hat hier ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und vor allem kann sie erneut jede Menge Ruhm einheimsen.