„The Diary Of Alicia Keys“ ist ein absolutes Hammeralbum zwischen HipHop, warmen Klaviertönen und souligem Gesang. Einfach spitze für graue Herbsttage oder eiskalte Wintertage, meint SWR3-Musikredakteur Gregor Friedel.
Der Winter weiß noch nicht so genau, ob er lieber noch ein bisschen Herbst spielt oder vielleicht doch mal in die Vollen gehen soll – eigentlich auch egal, denn „The Diary Of Alicia Keys“ ist sowohl für graue Herbsttage als auch für eiskalte Wintertage gut: Junge, was für ein Album! Keiner bekommt die Mischung aus harten HipHop-Beats, warmen Klaviertönen und souligem Gesang so perfekt hin wie Alicia Keys. Selbst die Timbaland-Produktion „Heartburn“ klingt nach Live-Band, Jam-Session und verrauchter Bar-Atmosphäre, statt nach synthetischem Hiphop-Gewummer. Sicher, Alicia Keys erfindet mit ihrem Retro-Sound die Musik sicher nicht neu, aber es macht einfach Spaß, ihre smoothe Musik zu hören und immer wieder nette Ideen und Umsetzungen in den Songs zu entdecken. Klar ist aber auch, dass die Entscheidung der Plattenfirma „You Don’t Know My Name“ als erste Single auszukoppeln, nicht deswegen passiert ist, um zu zeigen, was die Künstlerin neben Hits wie ihrem „Fallin’“ noch drauf hat, sondern es liegt wohl daran, dass auf dem Album eigentlich keine typische Single zu finden ist (ausgenommen vielleicht das Aguilera-anmutende „Karma“). Egal. „The Diary Of Alicia Keys“ ist als Ganzes ein Hammeralbum, das man sich immer wieder und vor allem immer wieder gern anhören kann und wird. Ein Album, das den Herbst erträglicher und den Winter schöner macht – wie viel CDs dieser Kategorie gibt’s denn heutzutage noch? Eben. Deswegen: Kaufen. Weil: Spitze. Ende.